Wahlen in kolumbien: strenge regeln für einen sicheren wahlsonntag

Die ersten Präsidentschaftswahlen stehen vor der Tür, und die kolumbianische Regierung hat mit einem umfassenden Maßnahmenpaket für Ordnung und Sicherheit gesorgt. Das Dekret 0188 von 2026 sieht weitreichende Beschränkungen vor, die für alle Bürgerinnen und Bürger gelten – wer sich nicht daran hält, riskiert empfindliche Strafen.

Alkohol-ausgehverbot: feiern verschoben

Das wohl auffälligste Element der neuen Regelungen ist das Alkoholverbot. Der Verkauf und Konsum von alkoholischen Getränken sind landesweit untersagt. Während die meisten Regionen ab Samstag, dem 30. Mai, um 18:00 Uhr beginnen, hat Bogotá bereits am Freitagabend um 18:00 Uhr die „Ley Seca“ aktiviert. Wer gegen dieses Verbot verstößt, muss mit Bußgeldern zwischen 233.454 und 1.867.632 Pesos rechnen – und der Betrieb von Gastronomiebetrieben kann sogar vorübergehend eingestellt werden.

Grenzen geschlossen: reisepläne überdenken

Grenzen geschlossen: reisepläne überdenken

Um die Wahllokale zu schützen und den Personenverkehr zu kontrollieren, wurden alle Land- und Flussgrenzen zu Venezuela, Ecuador, Brasilien und Peru ab Samstag um 18:00 Uhr geschlossen. Nur in Notfällen oder bei humanitären Katastrophen wird eine Einreise gestattet, vorausgesetzt, die entsprechenden Nachweise liegen vor.

Handys am wahlort: vorsicht ist geboten

Handys am wahlort: vorsicht ist geboten

Die Nutzung von Mobiltelefonen und Kameras in den Wahllokalen wird streng überwacht, um Wahlbetrug und den Kauf von Stimmen durch das Fotografieren von Wahlzetteln zu verhindern. Wähler dürfen ihre Handys nur zur Vorlage ihres digitalen Ausweises verwenden. Wahlbeobachter dürfen ihre Geräte erst nach 16:00 Uhr nutzen, wenn die Wahlurnen geschlossen und die Stimmauszählung beginnt.

Keine wahlwerbung: stille vor dem sturm

Die politische Kampagne ist vorüber. Plakate, Flyer und andere Werbematerialien sind am Wahltag in öffentlichen Räumen verboten. Auch die Veröffentlichung von Umfragen und Prognosen ist streng untersagt, solange die Wahllokale geöffnet sind. Nur offizielle Verlautbarungen der Registraduría Nacional dürfen verbreitet werden. Ein kleiner Zettel mit maximal 10 x 5,5 Zentimetern, der als „Merkblatt“ dient, ist erlaubt, um die Wahlentscheidung zu erleichtern.

Mobilität eingeschränkt: staus vermeiden

Das Transportministerium hat die Durchfahrt von Lastwagen über 3,4 Tonnen auf über 30 strategischen Verkehrsrouten des Landes eingeschränkt, um den Verkehrsfluss zu gewährleisten. In Bogotá gibt es grundsätzlich keine Beschränkung für „Parrilleros“ (Personen, die auf einem Motorrad mitfahren), allerdings haben einige Gemeinden wie Soacha eine Ausnahmeregelung für männliche „Parrilleros“ zwischen 6:00 und 18:00 Uhr erlassen.

Besondere schutzmaßnahmen: für alle

Die Behörden haben angekündigt, dass ältere Menschen über 80 Jahre, Schwangere und Menschen mit körperlichen Behinderungen bevorzugt behandelt werden und bei Bedarf von einer Begleitperson in das Wahllokal begleitet werden können. Militär und Polizei werden verstärkt in urbanen und ländlichen Gebieten präsent sein, um sicherzustellen, dass die über 41 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme frei und sicher abgeben können. Die Sicherheit der Demokratie hat oberste Priorität.