Vw id. cross: elektro-suv für 28.000 euro kommt 2026

Volkswagen macht Ernst mit der Elektrifizierung von unten. Nach der ID. Polo kommt jetzt der nächste Schritt: Der ID. Cross bringt das Konzept des T-Cross ins Zeitalter der Batterie – und soll dabei nicht mehr als 28.000 Euro kosten. Herbst 2026 ist der geplante Marktstart. Wer auf einen günstigen Elektro-SUV aus Wolfsburg gewartet hat, bekommt ihn.

Unverkennbar vw, auch unter der tarnung

Amsterdam war der Schauplatz der ersten Ausfahrt – und der ID. Cross kam getarnt. Trotzdem: Die Silhouette verrät sofort, wer hier am Werk war. Die hohe Frontpartie erinnert stark an das Konzeptfahrzeug der Münchner IAA, die muskulösen Flanken und der markante C-Holm zitieren den T-Cross fast wörtlich. Hinten leuchten rechteckige Rücklichter, die man schon von der ID. Polo kennt.

Mit 4.153 mm Länge, 1.794 mm Breite und 1.581 mm Höhe ist der ID. Cross minimal größer als sein Verbrenner-Pendant auf der MQB-Plattform. Das zahlt sich im Innenraum aus: Vorne wie hinten gibt es spürbar mehr Platz. Und dann ist da noch eine Premiere: Erstmals bei einem Volkswagen-Elektromodell gibt es einen Frunk – 22 Liter unter der Fronthaube, genug für das Ladekabel. Klein, aber symbolisch bedeutsam.

Technik direkt aus der id. polo

Technik direkt aus der id. polo

Die Basis ist die neue MEB+-Plattform mit Frontantrieb. Volkswagen hat den Motor bewusst auf die Vorderachse verlegt – das verkürzt die Kabellängen, reduziert das Gewicht und schafft mehr Laderaum hinten. Das Ergebnis: Die Einstiegsversion mit 37-kWh-Batterie (LFP-Chemie) bringt nur 1.539 kg auf die Waage. Für einen SUV dieser Klasse ein respektabler Wert.

Die Batterieoptionen sind klar strukturiert: 37 kWh mit 116 oder 135 PS, Laden mit bis zu 90 kW Gleichstrom, von 10 auf 80 Prozent in 27 Minuten, Reichweite rund 312 km. Wer mehr will, greift zur 52-kWh-Variante mit NMC-Zellen, 211 PS, 290 Nm, 105 kW Ladeleistung und bis zu 436 km Reichweite. Der Sprung von 10 auf 80 Prozent gelingt hier in 24 Minuten. Das Fahrwerk bleibt klassisch: MacPherson vorne, Verbundlenkerachse hinten – mit speziellen Dämpfereinsätzen gegen Vibrationen.

Innen: golf-nostalgie trifft modernes interface

Innen: golf-nostalgie trifft modernes interface

Die Innenraumgestaltung lehnt sich eng an die ID. Polo an. Das Lenkrad mit zwei Speichen und Tasten, das 10,25-Zoll-Digitalcockpit – und als Hingucker: eine Grafikoption, die das Instrumentenbrett des Golf der ersten Generation nachahmt. Tachonadeln und Batteriebalken im Stil der Achtziger. Nostalgisch, aber nicht kitschig.

Das zentrale 12,9-Zoll-Touchdisplay reagiert schnell, die Menüführung ist intuitiv. Darunter: physische Tasten für die Klimaanlage. Volkswagen hat hier auf echte Kritik gehört und die totale Berührungsbildschirm-Logik aufgebrochen. Der Kofferraum fasst 475 Liter – ein ordentlicher Wert für diese Fahrzeugklasse.

Wie fährt er sich?

Wie fährt er sich?

Die Testroute rund um Amsterdam – Stadt, Landstraße, Autobahn – zeigte einen ID. Cross, der sich deutlich leichter anfühlt, als seine Kategorie vermuten lässt. 211 PS in einem 1.548-kg-SUV: Das ergibt eine Agilität, die überrascht. Kein aggressives Anfahren, kein Ruckeln – sondern ein fließendes, souveränes Vorwärtskommen.

Die Geräuschdämmung ist auf hohem Niveau. Weder Reifenlärm noch Windgeräusche dringen nennenswert in den Innenraum. Die Federung schluckt Unebenheiten, ohne das Lenkgefühl zu verwässern. Das One-Box-Bremssystem, das man schon von der ID. Polo kennt, liefert ein gut dosierbares Pedalgefühl – und rekuperiert dabei effizient. Der Verbrauch? Im gemischten Betrieb zwischen 12 und 13 kWh auf 100 km. Noch nicht homologiert, aber vielversprechend.

Preis und marktstart

Preis und marktstart

Die endgültigen Formen zeigt Volkswagen erst im Sommer 2026, dann folgt auch die offizielle Preisankündigung. Aber das Unternehmen macht kein Geheimnis daraus: Der Einstiegspreis soll bei rund 28.000 Euro liegen. Für einen Elektro-SUV mit bis zu 436 km Reichweite, 211 PS auf Wunsch und einem Kofferraum von 475 Litern ist das eine Ansage, die den Wettbewerb unter Druck setzt. Stellantis, Renault und die koreanischen Hersteller dürften die Zahlen aus Amsterdam sehr genau studieren.