Vuelta a españa femenina: angliru wird zur bühne des wandels
Die diesjährige Vuelta a España Femenina kulminiert am kommenden Samstag mit einem Aufstieg auf den legendären Angliru – und das wird mehr als nur ein sportlicher Wettkampf. Eine feministische Kampagne verwandelt die anspruchsvollste Etappe in eine Botschaft für Gleichberechtigung, die auf den Straßen des Berges widerhallen wird.

#Pendientesinvisibles: wenn der kampf bergauf zum kampf gegen ungleichheit wird
Die Brigada Feminista, ein selbstverwaltetes Kollektiv, hat die offiziellen Wegweiser des Angliru genutzt, um auf die strukturellen Barrieren aufmerksam zu machen, mit denen Frauen konfrontiert sind. Die Steigung, deren maximale Neigung bei 23 Prozent liegt, wird so zum Spiegelbild der alltäglichen Herausforderungen, denen Frauen in der Gesellschaft begegnen. Anstelle von reinen Prozentangaben werden nun Botschaften angebracht, die auf die Ungleichheiten hinweisen: An der sogenannten Cuesta Les Cabanes wird auf die immaterielle Arbeit hingewiesen, die mit der Kinderbetreuung und Pflege einhergeht, während die Differenz der Renten zwischen Männern und Frauen – 29 Prozent – an der Porcío-Passage thematisiert wird.
Die Lücke bei den Gehältern, die bei 22,7 Prozent liegt und bei Migrantinnen sogar auf 33 Prozent ansteigt, findet ihren Ausdruck an der La Cueña les Cabres, der steilsten Rampe des Angliru. Doch die Aktion beschränkt sich nicht nur auf die Beschilderung. Auf dem Asphalt selbst wurden Graffiti-Botschaften gesprüht, die die Ungleichheit direkt ansprechen: 'La brecha salarial pica más que la cueña' (Die Lohnlücke sticht mehr als die Kühe) oder 'Menos marketing rosa y más presupuestos reales' (Weniger rosa Marketing und mehr echte Budgets).
Die Brigada Feminista fordert in einer Pressemitteilung: „Das Ziel ist klar: Wir feiern die Eroberung des Mythos durch Frauen, erinnern aber gleichzeitig daran, dass noch viele unsichtbare Aufgaben gesprengt werden müssen, um eine echte Gleichheit zu erreichen.“
Es ist eine Provokation, eine Mahnung und gleichzeitig ein Ausdruck des Zusammenhalts. Der Aufstieg auf den Angliru wird somit nicht nur zur Zerreißprobe für die sportlichen Leistungen der Fahrerinnen, sondern auch zu einem Symbol für den Kampf um eine gerechtere Gesellschaft. Die Botschaft ist klar: Der Berg ist hart, aber der Kampf für Gleichberechtigung ist noch härter. Und so wird die Vuelta a España Femenina am kommenden Samstag nicht nur ein sportliches Ereignis, sondern auch ein kraftvolles Statement für eine Welt, in der jede Frau die Möglichkeit hat, ihre eigenen Gipfel zu erklimmen – ohne unsichtbare Hindernisse.
