Vondrousova: itia-system zerstört leben – anschuldigungen gegen kontrollbehörde

Ein Erdbeben erschüttert die Tenniswelt: Markéta Vondroušová, die ehemalige Wimbledon-Siegerin, hat die International Tennis Integrity Agency (ITIA) und deren Dopingkontrollsystem scharf kritisiert. Ihr Grund: Die vierjährige Sperre aufgrund eines verpassten Dopingtests, die sie als ungerechtfertigt und zutiefst verletzend empfindet, sei ein Beispiel dafür, wie die Behörde rücksichtslos mit Menschenleben umgehe.

Psychischer druck und fehlende empathie

Vondroušová, die sich in der Vergangenheit offen über ihre Angststörungen geäußert hat, betonte in einem Interview mit der tschechischen Zeitung „Sport“, dass die ITIA ihre psychische Gesundheit und die der Sportler ignoriere. „Sie kümmern sich überhaupt nicht um die Sicherheit der Sportler oder deren psychische Gesundheit“, so die 26-Jährige. Besonders schockierend sei die „grenzenlose Macht“ und die „absolute Gelassenheit“, mit der die ITIA vorgehe.

Bei der Anhörung, bei der Vondroušová durch drei ärztliche Gutachten eine Angststörung nachweisen konnte, wurde ihr vorgeworfen, diese sich ausgedacht zu haben. „Zu hören, wie das vor Gericht von jemandem geleugnet wird, war extrem belastend“, klagt sie. Sie unterstreicht, dass Tennisspieler keine Maschinen seien und das System eine menschliche Seite benötige.

Kontrollhorror und fehlende identitätsprüfung

Kontrollhorror und fehlende identitätsprüfung

Das Kontrollsystem selbst sieht Vondroušová als eine massive Belastung. „Wir müssen das ganze Jahr über für jeden Tag eine Stunde angeben, zu der man sich an einem bestimmten Ort aufhalten wird“, kritisiert sie die ständige Überwachung. Ein weiterer Vorfall, der Vondroušová sichtlich belastet, betrifft die Kontrolle im vergangenen Dezember: Die Kontrolleurin habe sich nicht ausgewiesen. „Komplett verrückt“, so Vondroušová.

Besonders pikant: Die Kontrolleurin soll diesen Fehler bei der Anhörung zugegeben haben, ohne dass es Konsequenzen gab. „Dieser Kommissarin wird überhaupt nichts passieren. Sie wird keine Turniere verpassen“, entgegnet die ehemalige Wimbledon-Siegerin bitter. Ein weiteres Detail, das Vondroušová hervorhebt, ist das Fehlen einer Identitätsprüfung: „Wäre statt mir meine Schwester heruntergekommen, die mir ähnlich sieht, hätte die Kommissarin das überhaupt nicht bemerkt.“

Ob Vondroušová gegen das Urteil vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS Einspruch einlegen wird, ist noch offen. Doch sie betont, dass der Fall über ihre eigene Karriere hinausgeht: „Es geht um das gesamte System, das versagt hat.“ Der Fall Vondroušová ist ein Weckruf für den Tennissport: Die Balance zwischen Fairness und dem Schutz der Athleten muss neu gefunden werden, bevor weitere Karrieren durch ein rigides und unpersönliches System zerstört werden.