Kandie zertrümmert rekord und ruf – sieben jahre sperre nach fälschungs-irrsinn

Kenias Langstrecken-Szene schlägt wieder Krater: Kibiwott Kandie, Ex-Weltrekordler über die Halbmarathondistanz, muss bis 2032 vom Wettkampf-Boden verschwinden. Die Athletics Integrity Unit (AIU) stoppte den 30-Jährigen wegen Probenverweigerung und manipulierter Dokumente – und das, nachdem er 2020 in Valencia sensationell die Weltbestzeit auf 57:32 Minuten gestrafft hatte.

Handy-spur führt zur pflegekraft in eldoret

Die Kontrolleure standen am 1. März 2025 vor Kandies Haustür. Er verzögerte, telefonierte hektisch – und lehnte schließlich die Probe ab. Die Auswertung seines Smartphones deckte ein Netzwerk auf: mehrere Anrufe bei einer Pflegekraft aus Eldoret, die zuvor regelmäßig Überweisungen von Kandie kassiert hatte. Ihr Job sollte die Hämoglobin-Analyse sein, ein Indiz für mögliche Blutmanipulation. Kandie behauptete später, er wolle nur „Haushaltsgeräte kaufen“, doch die Zeitstempel passen nicht zur Baustelle, die er als Alibi angab.

Die Beweise lügen nicht: Die angebliche Einladung zur Bau-Besichtigung war gefälscht. Nur weil Kandie gestand, blieb es bei sieben statt acht Jahren Sperre.

Kenias leichtathletik droht das aus bei internationalen starts

Kenias leichtathletik droht das aus bei internationalen starts

Der Fall reiht sich nahtlos ein. Erst März 2025 suspendierte die nationale Anti-Doping-Agentur 27 Athletinnen und Athleten – darunter Rita Jeptoo, frühere Boston- und Chicago-Siegerin. Im Oktober folgte Marathon-Weltrekordlerin Ruth Chepngetich mit drei Jahren. Seit 2017 sind es bereits 150 kenianische Sperren – mehr als aus jedem anderen Land. Die AIU sieht eine „kulturelle Katastrophe“.

Für Kandie ist die Karriere gelaufen. Für Kenia stellt sich die Frage, ob das nächste große Startfeld überhaupt noch ohne Sternchen neben den Namen antreten darf. Die Uhr tickt – und nicht nur auf der Strecke.