Von moos fällt aus: luzerns tormaschine stockt im endspurt
Julian von Moos, der Mann, der den FC Luzern in dieser Saison mit acht direkt involvierten Treffern am Leben hält, wird den Schweizern mindestens 14 Tage fehlen. Eine Muskelverletzung an der Oberschenkelrückseite zwingt den Top-Scorer zur Zwangspause – und die Espen geraten kurz vor dem entscheidenden Zwischenspurt in Bedrängnis.
Die szene, die alles kaputtmachte
Es war die 67. Minute im Spiel gegen den BSC Young Boys, als von Moos nach einem Sprint plötzlich stehen blieb, sich die Oberschenkelmuskulatur massierte und mit einer Grimasse vom Platz humpelte. Die erste Diagnose des medizinischen Stabs fiel noch verhalten aus, doch die MRT-Untersuchung bestätigte den Verdacht: Muskelfaserriss, Ausfallzeit zwei Wochen, vielleicht länger.
Die Zahlen sind hart: vier Tore, vier Vorlagen – kein anderer Spieler trägt sich in dieser Spielzeit so oft in die Scorerlisten ein wie der 22-jährige Angreifer. Ohne ihn wirkt die Luzerner Offensive wie ein Auto ohne Zündkerzen: laut, aber nicht zündend.

Jetzt zählt görtlers plan b
Trainer Mario Görtler muss umstellen. Lugano am Samstag, Winterthur eine Woche später – beide Spiele gelten als Vorentscheid im Kampf um die Championship-Group. Momentan liegen die Central-Schweizer zwei Punkte hinter dem Tabellen-5. St. Gallen. Verliert Luzern auch nur eins dieser beiden Matches, dürfte der Traum von der Meistergruppe vorzeitig platzen.
Dejan Sorgic dürfte in die Startelf rücken, möglicherweise rückt auch Pius Dorn als falscher Neuner auf. Doch wer von Moos’ Laufwege und seine unangenehme Ballsicherheit im Gewühl ersetzen soll, bleibt offen. Die Leuchtenstädter haben 48 Stunden, um eine Antwort zu finden.
Die Stimmung im Trainingslager war am Mittwoch gedämpft. Von Moos, der sonst lautstark Anweisungen gibt, saß mit Bandagen am Spielfeldrand und beobachtete das Passspiel. „Er ist unser Turbo“, sagte Mittelfeldspieler Marvin Schulz, „wir werden ihn vermissen, aber wir haben genug Qualität, um die Punkte zu holen.“
Für den FC Luzern geht es nicht nur um die sportliche Zukunft, sondern auch um die finanzielle. Der Einzug in die Championship Group sichert zusätzliche TV-Einnahmen von rund zwei Millionen Franken – Geld, das der Klub dringend für den Kaderausbau braucht.
Am Freitag will der Medizinstab erneut ein MRT machen. Wenn die Heilung verzögert verläuft, droht ein Ausfall von bis zu vier Wochen. Dann wäre auch das letzte Gruppenspiel in Basel gefährdet. Die Saison kann sich Luzern so einen weiteren Rückschlag nicht leisten.
