Vom taekwondo-star zum fifa-integrity-beauftragten: joel gonzález überrascht!

Joel González, einst gefeierter Taekwondo-Olympiasieger, hat sein Leben nach einer beeindruckenden Karriere komplett neu ausgerichtet. Nach seiner Rücktritt vom Wettkampf im Juni 2021, der ihm zunächst vor einer ungewissen Zukunft Angst machte, hat sich der Spanier in einer überraschenden Wendung als Schlüsselfigur im Kampf gegen Korruption und Manipulation im Fußball etabliert.

Vom rasen ins büro: gonzález' ungewöhnlicher weg zum fc barcelona

Drei Monate nach seinem Abschied vom Taekwondo fand González eine neue Berufung beim FC Barcelona. Vier Jahre lang war er dort für die Betreuung des Herrenfußballs verantwortlich, reiste zu allen Wettbewerben und erlebte den Profifußball aus einer neuen Perspektive: „Ich führte das gleiche Leben wie die Spieler, nur ohne zu spielen“, schmunzelt er. Seine Aufgabe war es, den Spielern das Leben außerhalb des Spielfelds zu erleichtern, damit sie sich voll und ganz auf ihre Leistung konzentrieren konnten.

Doch seine Expertise reicht weit über die Betreuung von Fußballspielern hinaus. Seit drei Jahren arbeitet González für die FIFA als externer Beauftragter für Integrität – eine der nur zehn weltweit tätigen Fachleute, die die Integrität des Fußballs gewährleisten.

Ein criminologe im dienste des sports: gonzález

Ein criminologe im dienste des sports: gonzález' kampf gegen korruption

González' Ausbildung in Kriminologie, gekrönt durch eine Promotion „Cum Laude“ über Manipulationen im Fußball nach fünf Jahren bei der UEFA, macht ihn zu einer idealen Besetzung für diese anspruchsvolle Aufgabe. Er überwacht verdächtige Spiele, erstellt Berichte für die FIFA und trägt so aktiv zum Schutz der Sportart vor Korruption, Spielmanipulation und Doping bei. „Nach der aktiven Karriere fehlte mir etwas, die Lücke, die der Rückzug aus dem Elitesport hinterlassen hatte, war groß“, reflektiert er ehrlich.

Der Wechsel vom gefeierten Sportler zum Angestellten war nicht einfach: „Ich bin von der Nummer eins der Welt zu jemandem geworden, der für sein Gehalt arbeitet. Das ist nicht leicht zu verarbeiten“, gibt er zu. Doch das Feuer des Wettbewerbs hat er nicht verloren.

Golf als neue leidenschaft: der nächste gipfel

Golf als neue leidenschaft: der nächste gipfel

Um diese innere Leere zu füllen, hat González eine neue Leidenschaft entdeckt: den Golfsport. „Dank ihm fühle ich mich wieder komplett und motiviert“, erklärt er begeistert. Was als Hobby begann, entpuppte sich schnell als neue Herausforderung. „Es hat den Wettkampfgeist in mir wieder geweckt. Ich bin voll dabei und investiere viel Zeit“, so González.

Mit dem gleichen Ehrgeiz, der ihn einst zu olympischen Siegen führte, plant er nun, im Golfsport neue Höhen zu erklimmen. „Ich habe den Everest im Taekwondo bezwungen, im Golf bin ich noch nicht mal am Basislager. Ich suche gerade nach dem Rucksack“, sagt er lachend und vergleicht seine neue Reise mit einer Expedition. Sein Ziel ist es, bis Jahresende einen Hándicap von 10 zu erreichen – und dann weiter nach unten zu gehen.

Nachdem er im Februar mit dem täglichen Training im Club de Golf Barcelona begann – er musste sogar erst lernen, wie man die Schläger hält – verbringt er täglich zwischen anderthalb und zwei Stunden mit Trainieren, direkt nach der Arbeit im Camp Nou. Seine erste Teilnahme an einem Einzelturnier, die Olazaba's Cup, steht bereits vor der Tür. „Ich werde sehen, wie weit ich im Golf kommen kann – ich möchte den Weg genießen“, schließt González lächelnd.