Vladimir bogojevic räumt bei günther jauch 64.000 euro ab – und erzählt vom krieg bis zur em mit nowitzki

64.000 Euro für ein Neubau-Projekt, drei neue deutsche Wörter und ein Publikum, das vor Lachen kippt: Vladimir Bogojevic verwandelt den RTL-Stuhl in einen Mini-Basketball-Court und erklärt nebenbei, wie ein Flüchtling zum Nationalhelden wird.

Der Mann, der 1992 mit einem Rucksack und einem Trikot über die Balkan-Route nach Deutschland flüchtete, sitzt am Montagabend in Hemd und Sneakers vor Günther Jauch. Keine 30 Sekunden hat er gebraucht, um die erste Lachsalve auszulösen. Jauch will ihm „Luftfahrzeugführer“ andrehen, Bogojevic lacht, antwortet trocken: „Ich bin seit 34 Jahren hier und lerne trotzdem noch dazu.“ Der Saal tobt, die Gewinnsumme tickt.

Von gießen bis berlin: die route, die alles veränderte

Der 49-Jährige erzählt, wie er in einem Gießener Park schlief, beim MTV 1846 probeballte und sich am selben Tag einen Stammplatz erkämpfte. „Wir hatten keine Agentur, keine Verträge, nur Körbe und Durchsetzungskraft“, sagt er. Innerhalb von zwei Jahren stand er mit deutscher Staatsbürgerschaft im Nationalteam, 57 Länderspiele später war er bei der EM 1999 Dirk Nowitzkis Richtungsweiser auf dem Feld. „Backdoor-Pass, Pick-and-Roll, das haben wir uns auf dem Flur der Jugendherberge erklärt“, scherzt er.

Die 64.000-Frage – welche Farbe die meisten Trikots der NBA-Teams tragen – löst er mit dem Publikumjoker. Zuschauer raunen, die Prozentleiste zuckt, Bogojevic tippt auf „Weiß“. Richtig. 64.000 Euro. Seine Frau im Publikum atmet aus, das Neubau-Projekt in Potsdam ist gerettet.

Bei 125.000 euro hört der ex-nationalspieler auf – und das ist die klügste entscheidung des abends

Bei 125.000 euro hört der ex-nationalspieler auf – und das ist die klügste entscheidung des abends

Die 125.000-Frage: „Was steht bei mehr als der Hälfte der zehn meistverkauften Zeitschriften in Deutschland im Mittelpunkt?“ Bogojevic zögert, tendiert zu „Klatsch & Tratsch“, zieht den Stecker. „Ich baue ein Haus, keine Risikobude.“ Die Lösung lautet „TV-Programm“. Seine Frau nickt, das Publikum applaudiert. Er verlässt den Stuhl mit 64.000 Euro, einem neuen Wortschatz und der Gewissheit, dass man aus dem Nichts kommen kann – und trotzdem das große Geld kassiert.