Vladimir bogojevic knackt 64.000 euro bei günther jauch und erzählt, wie der krieg ihn nach deutschland schickte
64.000 Euro klingeln in der Nacht, und keiner im Publikum merkt, dass er eigentlich gar nicht hier sein wollte. Vladimir Bogojevic sitzt auf dem heißen Stuhl von „Wer wird Millionär?“, lächelt, als wäre das alles nur ein Pick-up-Spiel am Berliner Messedamm – und erzählt zwischen zwei Fragen, wie er 1992 mit 17 Jahren über die Balkan-Route flüchtete, weil die Granaten in Sarajevo näher kamen als die nächste Schulstunde.
Die Sendung läuft am Montag, 16. März 2026, doch die wahre Show beginnt, als Jauch die Zeitmaschine startet und fragt, wie ein serbischer Teenager zum deutschen Nationalspieler wird. Bogojevic zuckt mit den Schultern, so wie er damals die Koffer trug: „Ich wollte nur spielen, nicht überleben.“
Dirk nowitzki wartete schon, das papier noch nicht
Probetraining MTV Gießen, 1992. Die Halle riecht nach alten Turnmatten und Neuanfang. Bouffier, damals schon politisches Schwergewicht, steht neben dem Korb – ein Hobby-Basketballer mit Einbürgerungsstempel in der Hand. Bogojevic macht 37 Punkte gegen die zweite Garnitur, bekommt den Pass und später die deutsche Flagge aufs Trikot. „Ich war plötzlich Teil von etwas Größerem“, sagt er, „aber meine Mutter konnte nicht kommen, weil das Visum zu lange dauerte.“
1996 folgt das Debüt für Deutschland, 1999 die EM mit Nowitzki. Auf dem Foto im Studio trägt er Nummer 7, die Frisur ein Statement gegen Kamm und Komfort. Jauch lacht, Bogojevic lauter: „Wir haben verloren, aber ich hatte endlich eine Heimat.“

125.000 Euro frage: was lesen die deutschen? antwort: keine zeitungen mehr
Die 125.000-Frage zerrt an seinem Gewissen. TV-Programm, Klatsch, Garten, Politik – vier Schlagwörter, die keinen mehr schlagen. Bogojevic steigt aus, behält die 64.000. Die Lösung wäre „TV-Programm“ gewesen, aber er kennt die Seiten nicht mehr, seit die Liga-App alle Spiele live liefert. „Ich bau lieber ein Haus“, sagt seine Frau aus dem Publikum, „dafür braucht man kein Fernsehprogramm.“
Der Gewinn landet auf der Baustelle in Pankow. Beton statt Bonus, Dachboden statt Draft. Bogojevic grinst, als Jauch nach dem Finale fragt: „Basketball hat mir Deutschland gegeben, Deutschland gibt mir jetzt ein Dach – das ist ein Pick-and-Roll fürs Leben.“
Am Ende steht er mit 64.000 Euro da, einem Haus im Rohbau und der Gewissheit, dass die wirkliche Million nicht die Summe ist, sondern die Geschichte, die er erzählen durfte – ohne dass eine Bombe sie unterbricht.
