Vivien endemann entgeht dem schrecken: kein knie-crash, aber bremen fällt aus

Vivien Endemann hat den Alptraum abgewendet. Die Nationalspielerin des VfL Wolfsburg erlitt beim 0:0 in Ried keine Bänder- oder Meniskus-Panne im linken Knie, wie Christian Schneider aus Wolfsburg berichtet. „Wir haben die Entwarnung bekommen – strukturell ist nichts gerissen“, bestätigte Trainer Stephan Lerch am Montagnachmittag. Der Reizzustand reicht aber, um sie ausgerechnet fürs Nachholspiel am Mittwoch in Bremen zu sperren.

Die szene, die lerch die sprache verschlug

55. Minute in Ried, Endemann dreht sich nach einem Zweikampf um die eigene Achse – und bleibt liegen. „Da geht erst einmal Angst um“, erinnert sich Lerch an jenen Augenblick, als die 24-Jährige mit schmerzverzerrtem Gesicht den Platz verließ. Die Österreicher pfeifen weiter, die deutsche Bank verstummt. Erst ein MRT am Sonntagabend bringt die Erleichterung. Kein Bandriss, kein Kreuz, kein Kapsel-Desaster. Nur eine Entzündung, die sich in den nächsten 48 Stunden legen soll.

Trotzdem: Werder kommt zu früh. „Mittwoch ist kein Thema, aber gegen Frankfurt am Sonntag kann sie wieder eine Option sein“, sagt Lerch. Die Partie gegen Eintracht am 27. Spieltag könnte also direkt das Comeback markieren – und zugleich ein Abschiedsgeschenk. Denn seit 14 Tagen steht fest: Nach drei Jahren in Niedersachsen wechselt Endemann in die Women’s Super League zu FC Liverpool. Ein Transfer, der den europäischen Markt erschüttert, weil der VfL seine Torschützin nicht halten konnte.

Liverpool wartet, wolfsburg zittert

Liverpool wartet, wolfsburg zittert

Die Engländer haben längst ein medizinisches Komplettprogramm für ihre Neuzugang aufgesetzt. Endemanns Berater ist bereits in der Mersey-Region, um den letzten Details der Vertragsunterlagen zu folgen. Für Wolfsburg bleibt die Frage: Wie kompensiert man 13 Saisontore und die Laufpower einer Spielerin, die in dieser Rückrunde jedes zweite Tor vorbereitete? Gegen Bremen rückt wohl Joelle Wedemeyer nach rechts, obwohl sie eigentlich die Sechs sicher macht. Lerch muss umbauen, ohne die Balance zu verlieren.

Die Tabelle erlaubt keinen Ausrutscher. Mit 47 Punkten liegen die Wölfinnen zwei Zähler hinter Bayern, drei vor Frankfurt. Verliert man in Bremen, rutscht man auf Platz vier – und die Champions-League-Quali wird zur Gratwanderung. Endemann selbst will den Kreis trotzdem feierlich verlassen. „Sie hat mir gesagt: ‚Ich komme zurück und helfe, bis der Auftrag erfüllt ist‘“, berichtet Lerch. Kein großes Wort, sondern eine Drohung an die Konkurrenz. Denn wer Endemann kennt, weiß: Wenn sie „Option“ sagt, meint sie „Startelf“.

Die Uhr tickt. Noch 72 Stunden bis Frankfurt, noch acht Wochen bis England. Vivien Endemann bleibt nur ein kleines Zeitfenster, um ihrer Wolfsburger Geschichte einen versöhnlichen Endpunkt zu setzen. Die Knie-Symphonie ist vorbei – jetzt geht’s ums Finale.