Vittozzi sprintet zu silber – italiens 18. podest diesen winter
Lisa Vittozzi hat in Otepää beinahe den Sieg gelandet. Stattdessen holte die 29-Jährige in der 7,5-km-Sprint der Biathlon-Weltcup-Serie Platz zwei – nur 2,9 Sekunden hinter Julia Simon. Ein Satz, der Italiens Sportredaktionen heute Nacht wach hält.
Wind von rechts, nerven aus stahl
Der estnische Schnee schmolz, doch die Bedingungen blieben trickreich: Querwind peitsche über die Schießbahn, schickte etliche Athletinnen in die Strafrunde. Vittozzi blieb kalt, schoss null Fehler – genau wie Simon und die spätere Dritte Justine Braisaz-Bouchet. Die Französin sicherte sich damit auch die Sprint-Wertung der Disziplinen-Weltcup-Serie.
Die Taktik? Gegenspiel. Simon riss das Tempo gleich zu Beginn an, Vittozzi biss sich in die Spur und sparte Munition für den letzten Anstieg. Beim Verlassen der letzten Schießserie lag sie 10,3 Sekunden zurück, holte im Finish 7,4 Sekunden heran – reichte für Rang zwei, Italiens 18. Podest in diesem Winter, das 20. inklusive Olympiaspiele.

Deutsches quartett außerhalb der glaciszone
Hinter dem italienischen Trio Vittozzi, Passler (16.), Auchentaller (31.) und Carrara (40.) rutschten die DSV-Damen ab. Keine Deutsche unter den Top 30, ein Novum seit der Saison 2019/20. Die Führung der Gesamtweltcup behält Braisaz-Bouchet, Vittozzi rückt auf Platz drei vor – nur 29 Punkte Rückstand vor dem Verfolger heute.
Der estnische Schneematsch wird also zum Schauplatz einer neuen Machtbalance: Vittozzi jagt als frischgebackene Olympia-Format-Königin ihre erste Verfolgungs-Weltcup-Siegerstatue, Simon will den Sprint-Titel konservieren. Das Rennen startet 14.15 Uhr, die Favoriten kommen aus Frankreich und eben Italien – nicht mehr aus dem Norden.
Der Wind in Otepää verstummt, die Jagd geht weiter. Und Lisa Vittozzi? Die ist mittendrin, nicht nur dabei.
