Vittozzi knackt öbergs hattrick in letzter sekunde

Lisa Vittozzi hat die Saison mit einem Faustschlag beendet. 120 Meter vor dem Ziel sprintete die Italienerin an Hanna Öberg vorbei, riss der Schwedin die Kristallkugel aus der Hand und verweigerte ihr den dritten Sieg in Oslo. Das Rennen war gelaufen – bis es nicht mehr gelaufen war.

Hettich-walz zittert sich aus dem podest

Janina Hettich-Walz stand beim letzten Anschlag noch auf Rang drei, 14 Sekunden vor Vittozzi. Dann knallte ihr Gewehr zweimal ins Holz. Die 29-Jährige sackte auf Platz zehn ab, ihre erste Saison nach der Babypause bleibt ohne Podest. „Ich war sicher, dass ich treffe“, sagte sie später mit leerem Blick. „Aber das Ziel wollte heute einfach nicht.“

Die Deutschen lieferten sich ein Geisterspiel unter sich. Vanessa Voigt wurde Zwölfte, Julia Tannheimer Vierzehnte, Selina Grotian mit vier Fehlern 24. Keine schaffte die Top Ten – ein Déjà-vu nach dem gesamten Winter, in dem der DSV nur ein Einzelpodest (Hettich-Walz in Pokljuka) holte.

Simons silber-trick reicht für die kleine kugel

Simons silber-trick reicht für die kleine kugel

Julia Simon schoss sich zwar mit zwei Strafrunden aus dem Sieg, sicherte sich aber Platz sechs – und damit die Disziplinen-Wertung. Die Französin griff nach der kleinen Kristallkugel, während Öberg mit leeren Händen dastand. „Ich wollte alles“, sagte die Schwedin, „am Ende half nicht mal meine Loipe.“

Vittozzi feierte ihren dritten Saisonsieg und den ersten Massenstart-Triumph seit 2019. „Ich habe nur noch an meine Beine gedacht“, sagte sie. „Als ich Öberg sah, war klar: Jetzt oder nie.“

Die Biathlon-Saison 2025/26 ist vorbei. Für Hettich-Walz beginnt nun die wichtigste Übung: erst mal nur Mama sein. Der DSV dagegen muss sich fragen, warum seine Skijägerinnen auch im Finale vor eigenem Publikum nur Zuschauer blieben.