Visa-blockade stoppt mount pleasant vor reus-debüt in la

Los Angeles wartet auf Marco Reus, Jamaika weint. Zehn Profis von Mount Pleasant dürfen das Land nicht betreten – und das nur wenige Monate vor der WM, die in den USA stattfindet.

Die absage kam per e-mail – ohne einspruch

Paul Christie, Sportdirektor des jamaikanischen Vizemeisters, spuckte vor Wut, als er die Liste durchging: sieben Haitianer, zwei Dominikaner, ein Inder – alle Teil des Kaders, keiner willkommen. „Wir wollten Geschichte schreiben, nicht Statistik“, sagt er und meint damit die Tatsache, dass sein Klub erstmals überhaupt das Achtelfinale des CONCACAF Champions Cup erreicht hat. Stattdessen reiste das Team mit 18 statt 28 Spielern an, darunter fünf A-Junioren und drei Verteidiger, die vor zwei Wochen noch für die U-20-Nationalmannschaft spielten.

Die US-Behörden berufen sich auf ein Dekret, das seit Januar 2025 gilt: Bürger von 18 Ländern – darunter Haiti – benötigen ein Sondervisum, das nur in Ausnahmefällen erteilt wird. WM-Spieler sind offiziell davon ausgenommen, doch der Champions Cup zählt nicht als FIFA-Turnier. CONCACAF schwieg zunächst, dann kam ein Statement auf Spanisch und Englisch, das nichts sagte. „Wir prüfen rechtliche Schritte“, heißt es dort, ohne Zeitangabe, ohne Versprechen.

Der Fall wirft einen Schatten auf das Sommermärchen 2026. Haiti hat sich qualifiziert und soll in Kansas City, Atlanta und Los Angeles spielen. Wenn schon ein Klub aus dem gleichen Land keine Spieler durchlässt, was passiert dann mit der Nationalmannschaft? Ein Beamter des State Department, der anonym bleiben will, lacht bitter: „Die Regeln sind die Regeln. Der Ball ist rund, der Pass ist gestrichen.“

Improvisation statt champions-league-feeling

Improvisation statt champions-league-feeling

Theodore Whitmore, Trainer von Mount Pleasant, musste binnen 24 Stunden umplanen. Sein System wechselte von 4-3-3 auf 5-4-1, weil nur noch zwei Stürmer reisefähig waren. Der Kapitän, Devon Williams, bleibt in Kingston – weil er einen US-Pass besitzt, aber seinen haitianischen Teamkollegen nicht im Stich lassen wollte. „Wir sind keine Touristen, wir sind Krieger“, sagt er per Video aus dem Hotel Flughafen, noch bevor die Gruppe Richtung Boarding ging.

Die Galaxy wartet mit Reus, mit Joseph Paintsil und einem Stadion, das 27.000 Karten verkauft hat – mehr als jemals ein CONCACAF-Spiel in LA zog. Die Fans wollen Show, der Klub will Quote, Jamaika will Gerechtigkeit. Am Ende steht eine Frage im Raum: Wenn der Fußball nicht mehr über Tore, sondern über Visa entschieden wird, wer gewinnt dann? Die Antwort liegt in Kalifornien – und sie fällt wohl gegen Mount Pleasant aus. Das Rückspiel in zwei Wochen? Es findet statt, aber ohne die zehn, die zu Hause bleiben mussten. Die Geschichte wiederholt sich, nur der Ort wechselt.