Vingegaard zieht in katalonien die klinge – jetzt wartet pogacar im juli

Kein Atemholen, kein Entkommen. Jonas Vingegaard hat in der Volta a Catalunya zwei Mal auf höchstem Niveau zugeschlagen, die Gelbe Trikot-Mauer durchbrochen und seinem Rivalen Tadej Pogacar eine Handschrift aus Eis und Feuer geschickt. Die Antwort des Slowens kommt erst am 4. Juli, wenn der Tour-Start in Barcelona die nächste Runde dieses Schachspiels auf Asphalt eröffnet.

Vingegaards lehrstunde auf dem queralt

Die Bühne war klein, die Wirkung riesig. Auf dem Coll de Queralt riss der Däne 35 Sekunden heraus, ließ Remco Evenepoel stehen und den Rest des Feldes verglühen. Zwei Etappensiege, die Gesamtwertung, keine Gnade. Die Datenkurve zeigt einen Vingegaard, der früher in der Saison schon oben angekommen ist – und noch Luft nach oben einplant. „Ich bin noch nicht am Limit“, sagt er selbst nach der Siegerehrung. Ein Satz, der im Peloton lauter klingt als jedes Radio.

Pogacar antwortet derzeit mit Statistik. Drei Grand-Tour-Gesamtsiege stehen auf seinem Konto, Vingegaard hält bei zwei. Im Giro, der im Mai startet, will der Slowene die Lücke zum historischen Hattrick schließen. Der Dane fehlt im Starterfeld – ein bewusstes Lückenopfer, um im Juli mit frischen Beinen nachzulegen. Die Rechnung: ein Grand Tour weniger, dafür mehr Power für den Showdown in den Alpen und Pyrenäen.

Der countdown bis barcelona tickt laut

Der countdown bis barcelona tickt laut

Zwischen den beiden Giganten liegen 69 Tage, ein halbes Dutzend Rundfahrten und ein Ozean an Spekulationen. In der Zwischenzeit jagen sie virtuelle Punkte auf Strava, Kilometer auf Mallorca und Sekunden in ihren Schlafzyklen. Jeder Trainingstest ist ein verdecktes Duell, jede wattmaximale Erhöhung ein Faustschlag ins Wasser, der Monate später die Wellen schlägt.

Die Buchmacher haben Vingegaard nach Katalonien von 2,60 auf 2,10 gekürzt. Pogacar bleibt dennoch Favorit – 1,85. Die Zahlen täuschen. Sie vergessen, dass der letzte echte Bergduell-Test auf dem Galibier endete mit einem Vorsprung von acht Sekunden – zugunsten des Dänen. Acht Sekunden, die wie ein Vorspiel wirken für die 21 Etappen, die kommen.

Die Radsport-Welt hält den Atem an. Zwischen jetzt und Juli wird kein Gran Fondo mehr ohne Fragezeichen gefahren: „Wer ist stärker?“ Die Antwort steht auf 3.500 Straßenkilometern, die noch kein Meter gesehen haben, was „Fair Play“ bedeutet. Am 4. Juli geht’s los. Bis dahin zählt nur noch ein Wort: Eskalation.