Vingegaard zertrümmert das feld: doppelstoß zum klassenerhalt in katalonien

Jonas Vingegaard hat auf der Königsetappe der Volta a Catalunya keine Fragen offengelassen. 153 Kilometer, 17 Kilometer Schlussanstieg, ein Angriff – und alle Welt guckt in die Röhre. Der Visma-Routinier jagte sich selbst auf Coll de Pal, riss sechs Kilometer vor dem Ziel das Feld entzwei und rollte als Einzelgänger durchs Ziel. Die Gesamtführung? Jetzt sein.

Lipowitz sticht evenepoel aus

Florian Lipowitz schaffte das, was Remco Evenepoel verweigert blieb: Er blieb in der Verfolgergruppe dran. Der 21-jährige Bayer aus dem Berliner Kontinentalteam schloss mit 1:01 Minuten Rückstand auf Rang vier ab – und damit 37 Sekunden vor Evenepoel. Der Belgier, noch angeschlagen vom Sturz auf der fünften Etappe, verlor auf dem letzten Anstieg zusätzlich Farbe. Rang sechs, 1:38 Minuten – das reicht nicht für ein Podest, reicht kaum für ein Trostpflaster.

Die Uhrzeit spricht Bände: Vingegaard brauchte auf dem Schlussanstieg exakt 42:18 Minuten. Lipowitz 43:19. Evenepoel 44:01. Drei Namen, drei Geschichten, eine Botschaft – der Brite vom Norden ist zurück in der Spur.

Was das heute für das klassement bedeutet

Was das heute für das klassement bedeutet

Die Spitze verdichtet sich zum Dreikampf: Vingegaard trägt jetzt das weiße Rückennummer, Gall folgt mit 51 Sekunden, Martinez mit 1:01. Lipowitz liegt mit 1:15 außen vor dem Podium, aber innerhalb der Reichweite. Evenepoel dagegen muss mit 2:13 Minuten Rückstand fast zwei Minuten aufholen – ein Berg, der höher ist als jeder Pyrenäenpass.

Die nächste Etappe führt morgen ins Flache. Keine Berge, aber Wind, Nerven und vielleicht die letzte Chance für Sprinter, sich ein Bild zu machen. Für die Gesamtklassementler heißt es: Köpfe kühlen, Beine warmhalten. Denn wer jetzt zündet, fliegt auf der morgigen Flachetappe nicht nur über die Asphaltporen – sondern direkt ins Ziel der Favoritenliste.

Die Volta ist noch nicht entschieden. Aber der Druck, den Vingegaard heute aufgebaut hat, nagt an Reifen und Seelen. Und Lipowitz? Der darf jetzt vom Außenseiter zum Joker mutieren. Evenepoel muss sich fragen, ob seine Wunden heilen, bevor die Wunden der Uhr ihn einholen.