Vingegaard dominiert: sprung nach vorne im giro d'italia – rosa trikot noch außer reichweite
Jonas Vingegaard hat bei der 9. Etappe des 109. Giro d'Italia erneut seine Klasse bewiesen und die Bergankunft auf dem Corno alle Scale gewonnen. Der Däne festigt damit seine Position im Gesamtklassement, verpasste jedoch den Gewinn des begehrten Rosa Trikots. Ein knappes Rennen, das zeigt: die Entscheidung in Italien ist noch längst nicht gefallen.

Die jagd geht weiter: vingegaard baut bergwertung aus
Der zweimalige Tour-de-France- und einmalige Vuelta-Sieger demonstrierte einmal mehr seine außergewöhnlichen Kletterfähigkeiten und distanzierte den österreichischen Rivalen Felix Gall. „Wir sind in einer guten Position, genau da, wo wir sein wollten“, kommentierte Vingegaard nach dem Rennen. Der Abstand zu den Verfolgern ist zwar gering, aber der Vorsprung in der Bergwertung ist nun deutlich ausgebaut. Die Luft ist dünn, die Konkurrenz schläft nicht – und Vingegaard weiß, dass er weiterhin alles geben muss.
Die Gesamtführung des Portugiesen Afonso Eulálio (Bahrain Victorious) wackelt zunehmend. Mit einem Rückstand von nur 2:24 Minuten auf Vingegaard steht sein Rosa Trikot auf dem Spiel. Die Tatsache, dass Vingegaard als achter Radprofi der Geschichte auf dem besten Weg ist, alle drei großen Landesrundfahrten zu gewinnen – eine Leistung, die Chris Froome zuletzt 2018 vollbrachte – unterstreicht seine Ambitionen und seinen unbändigen Willen. Tadej Pogacar, der Vuelta-Sieg fehlt ihm noch.
Ein taktisches Schachspiel auf dem anspruchsvollen Schlussanstieg, der zeitweise Steigungen von bis zu 15 Prozent aufwies, ließ Ciccone, der lange Zeit in Führung gelegen hatte, im Sprint versagen. Vingegaard agierte hier mit Bedacht und verschonte sich offenbar für die anstehenden Prüfungen. Das frühe Übernehmen des Rosa Trikots wäre zudem taktisch riskant gewesen – ein Fehler, den er vermeiden wollte.
Am Dienstag steht nun das Einzelzeitfahren zwischen Viareggio und Massa an – eine weitere Gelegenheit für die Klassement-Favoriten, sich zu beweisen. Die Strecke mag topfeben sein, doch der Wind an der ligurischen Küste könnte das Rennen entscheidend beeinflussen. Die Spannung steigt, die Nervosität ist spürbar. Der 109. Giro d'Italia nähert sich seinem Höhepunkt, und die Frage, wer am 31. Mai in Rom das Rosa Trikot überstreicht, bleibt offen.
