Vikersund-debakel: wind wirft skifliegen-finale über den haufen

Der Horror für die Flieger von der Heini-Klopfer-Schanze: Nach stundenlangem Warten, Hoffen und Vertrösten hat der Wind das Finale des Skifliegens in Vikersund endgültig gekippt. Um 18:15 Uhr fiel die Entscheidung, die niemand mehr hören wollte – das Springen ist abgesagt.

Die hängepartie dauerte zwei stunden

Die hängepartie dauerte zwei stunden

17:15 Uhr hätte alles losgehen sollen. Doch statt Adrenalin gab es nur Frust. Die Windgeschwindigkeit spielte verrückt, die Jury verlegte den Start – immer um 15 Minuten. Dreimal. Vier Mal. Die Athleten standen in Anzügen, die Kameras liefen, die Fans froren. Dann das Aus.

Philipp Raimund, der in Oslo schon wegen Böen auf seinen Sprung verzichtet hatte, vertrieb sich die Zeit mit Fußballtennis. Olympiasieger, Rodel-Held, Ballkünstler – das war wohl die einzige Show, die Vikersund heute noch lieferte.

Die Absage traf eine Mannschaft, die sich auf Revanche gefreut hatte. Nach dem deutschen Rekord von Selina Freitag (216 m) und Katharina Schmids erstem 200er sollte es der krönende Abschluss werden. Stattdessen bleibt nur der Flug nach Planica – und das Gefühl, dass die Saison hier unvollendet endet.

Die Organisatoren hatten noch kurz vor dem finalen Stopp gehofft, einen Zeitfenster zu erwischen. Doch selbst die norwegischen Windgöttinnen hatten kein Erbarmen. Für Vikersund heißt das: Rekordzahlen auf dem Papier, aber kein zweites Springen. Die Fans werden ihr Ticket zurückbekommen. Die Athleten nur eine klare Botschaft: In der Luft zählt die Natur – und die wartet nicht auf TV-Sendeplätze.