Vietti verspielt sieg in barcelona – gonzalez schlägt in letzter runde zu

Celestino Vietti hatte den Champagner schon kaltgestellt, doch Manuel Gonzalez riss ihm die Flasche aus der Hand. Auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya drehte der Spanier in der Schlussphase auf, überholte den Italiener und feierte seinen zweiten Saisonsieg. Die 18,5 Punkte Vorsprung auf WM-Rivale Izan Guevara schmecken noch süßer.

Gummi-poker auf 21 runden

Start, erste Bremszone, erster Seitenhieb: Vietti schlägt Gonzalez, Gonzalez schlägt zurück – und verliert. Der Führende zieht weg, verwaltet Reifen, verwaltet Nerven. Hinter ihm schnüffelt Ivan Ortola, doch der Intact-GP-Fahrer lässt sich nicht verrückt machen. Stattdessen spult er Runde um Runde im Windschatten, wartet auf Viettis Fehler. Der kommt – drei Runden vor dem Ziel.

Die Michelin-Hinterreifen des Speed-Up-Italians beginnen zu sprechen: Quer, rau, unberechenbar. Gonzalez spürt es, schaltet einen Gang höher und schlüpft vorbei. Viettis Antwort: ein verzweifelter, aber zu später Angriff. Die Heckpartie tanzt, der Traum zerplatzt.

Guevara rettet sich aufs treppchen

Guevara rettet sich aufs treppchen

Während vorne die Korken knallen, kämpft Izan Guevara hinten gegen das Zeitkonto. Der Pramac-Pilot profitiert von Ortolas abflauenden Pneus, rutscht auf Rang drei und stoppt den Punktebluterguss. 18,5 Zähler Rückstand – das ist halb so wild wie befürchtet.

Daniel Holgado wird Fünfter, David Alonso trotz Handgelenksbeschwerden Sechster. Dahinter duellieren sich Filip Salac und Alonso Lopez um jeden Zehntel.

Lunetta löst sein ticket für die punkteränge

Lunetta löst sein ticket für die punkteränge

Überhaupt italienisch gefärbt ist das Mittelfeld: Luca Lunetta fährt souverän auf Platz neun – sein erster Top-10-Score in der Mittelklasse. Der Speed-Up-Rookie überholt Senna Agius auf den letzten Metern und schickt den Australier mit leeren Händen nach Hause. Für Mariani und die ganze Garage ein Grund zum Jubeln, schließlich war Montmeló eine Achterbahn der Gefühle.

Gonzalez rollt mit der Fahne durch die Zielkurve, Vietti stemmt die Hand ins Visier. Die Sonne von Catalonien brennt auf Asphalt und Ego. Nächste Waffe: Mugello. Dort will Vietti den Gummi-Poker revidieren – und die Champagnerflasche endlich öffnen.