Vicenza feiert blitz-aufstieg: sechs spieltage vor schluss schon in serie b

Sechs. Spieltage. Vor. Schluss. Der Vicenza Calcio hat die Serie C mit brutaler Effizienz abgehakt. Nach dem 2:0 gegen Inter U23 platzte das Stadio Romeo Menti aus allen Nähten – die Promozione ist fix, die 4-jährige Exil in der dritten Liga damit vorzeitig beendet.

Trainer Domenico Di Carlo stand nach Abpfiff auf der Rasenecke, Tränen im Augenwinkel, ein Mikro nach dem anderen in der Hand. „Wir haben nicht gespielt, wir haben dominiert“, sagte er, und niemand widersprach. Seine Mannschaft kassierte in 28 Spielen gerade einmal 14 Gegentore – Statistik als Manifest.

Die tabelle lügt nicht: vicenza marschiert

Die Liga hatte den Aufstieg schon vor Wochen abgehakt, intern gab es eine klare Order: maximal zwei Gegentore bis März. Die Mannschaft lieferte null. Torjäger Christian Altinier traf dreimal in den letzten vier Partien, Mittelfeld-Motor Riccardo Meggiorini verteidigte wie ein Libero. Das System 3-5-2 mutierte zur Wundertüte – Gegner wussten, was kommt, konnten aber nichts dagegen setzen.

Der Klub schuldet den Erfolg auch der Curva Sud. 11.000 Dauerkarten trotz Drittliga-Status, ein Fan-Bus-Konvoi bis nach Südtirol, der die Autobahnraststätten leer kaufte. Präsident Renzo Rosso kündigte an, die Ticketpreise für die Serie B nicht zu erhöhen – Marketing als Gegenentwurf zur kalten Super-Liga.

Ein sieg mit geschichte

Ein sieg mit geschichte

Der Palo del Menti – der berüchtigte Pfosten, an dem einst Roberto Baggio scheiterte – wurde nach Spielschluss mit weiß-roten Flaggen geschmückt. Ein Fan schraubte eine kleine Tafel darunter: „2025 wieder oben – 4 Jahre sind genug.“ Die Polizei schaute weg, die Stewards applaudierten.

Vicenza ist kein Dorfklub, der zufällig aufrutscht. Die Stadt produzierte Paolo Rossi, die Stadt träumte von Europapokal-Abenden. Mit dem frühen Aufstieg verschafft sich der Verein Planungssicherheit: bereits morgen beginnt die Scouting-Tour durch Argentinien und Brasilien, ein Budget von 3 Millionen Euro steht bereit. Die Serie B soll nur eine Zwischenstation sein.

Am Montag trainiert Vicenza wieder – aus Tradition um 15:30 Uhr, wie seit 1902. Die Spieler werden durch den Fanschlag empfangen, der Klub wird neue Trikots präsentieren: ohne Werbung, dafür mit einem Schriftzug auf dem Kragen – „Ritorno al futuro“. Die Botschaft ist klar: Der Aufstieg ist kein Happy End, sondern die erste Seite des nächsten Kapitels.