Vialle schlägt superstar-elite: außenseiter-triumph in frauenfeld

Tom Vialle war nur ein Nebendarsteller, jetzt steht er ganz oben. Der Franzose hat in Frauenfeld die MXGP-Sensation geliefert – und das mit einem Plan, der eigentlich gar keiner war.

Herlings, coenen, febvre – alle patzen, einer profitiert

Die Favoriten lieferten sich ein Selbstzerfleischungs-Duell. Jeffrey Herlings, am Vortag noch dominant, fiel mit seiner Honda aus. Lucas Coenen flog wegen Fremdstart-Hilfe raus. Und Titelverteidiger Romain Febvre? Der walzte sich in einem seiner typischen «All-in»-Angriffe einfach in den Schotter. Was blieb, war ein Vakuum – und Vialle rutschte hindurch.

Der 23-Jährige gewann den Grand Prix der Schweiz mit 50,5 Punkten, obwohl er in der zweiten Hälfte des Sonntags nur auf Rang sechs fuhr. Der Grund: Seine Mannschaftsleistung in der ersten Laufschrift. Dort schlug er die Uhr und die Konkurrenz gleichzeitig, holte sich 25 Punkte und legte den Grundstein für den zweiten Karriere-GP-Sieg.

Rubén fernández startet glänzend, endet im mittelfeld

Rubén fernández startet glänzend, endet im mittelfeld

Den Spanier erwischte ein typisches «Vier-Sektionen-Tag». Start nach Start zeigte er Zähne – 3. Platz im Auftaktrennen. Dann kam der Rückwärtsgang: 10. im zweiten Lauf, Rang sechs Gesamt. 83 Punkte auf der Uhr, Platz acht in der WM. Die Rechnung: Ein guter Samstag reicht eben nicht, wenn der Sonntag streikt.

Tim Gajser hingegen bewies, dass er trotz Form-Tiefs immer noch die Geschwindigkeit besitzt, um mit den Galliern mitzufahren. Der Slowe landete auf dem Podest, auch wenn er selbst zugibt: «Ich bin nicht mehr der Alte.»

Coenen bleibt vorn – aber die lücke schmilzt

Coenen bleibt vorn – aber die lücke schmilzt

Trotz Null-Punkte-Tag behält der Belgier die rote Nummer: 136 Zähler. Vialle kratzt mit 129 Punkten an seiner Fersen, Herlings folgt mit 124. Drei Rennen, drei Fahrer, acht Punkte Unterschied – die MXGP-Saison wird zur Nagelprobe für Nerven und Material.

Oriol Oliver schafft als 16. der Gesamtwertung das beste spanische Resultat nach Fernández. 32 Punkte bedeuten aber auch: Noch viele Wochenenden, an denen jeder Start ein kleines Finale ist.

Die Botschaft von Frauenfeld: In diesem Jahr zählt keine Prognose. Wer am Samstag noch als Außenseiter gilt, kann am Sonntag den Pokal stemmen – wenn er nur konsequent genug bleibt, um die Fehler der Anderen zu kassieren.