Pini schlägt zu: moto3-krimi in austin endet mit italienischem erstligsieg

Guido Pini hat sich in Austin mit dem ersten Sieg seiner Weltmeisterkarriere den Wolf der Moto3-Meute geschnappt. Der 19-jährige Italiener raste im Fünfer-Duell durch die letzte Kurve, schob sich innen vorbei an Quiles und Carpe und zerstörte damit die Hoffnungen der Favoriten – alles in 0,158 Sekunden.

37 °C asphalt, 200 °c adrenalin

Die Reifen kochten, die Köpfe auch. Bei 23 Grad Luft und Asphalttemperaturen von 37 Grad war die Strecke ein Kachelofen – perfekt für Attentäter. Schon im ersten Sektor jagte Carpe seinen Pol-Pole-Platz durch die Kurven, Perrone atmete ihm Auftrag ein, Quiles schob sich von acht auf drei. Dahinter: Chaos. David Almansa und David Muñoz fehlten, Ersatzmann Marcos Uriarte rutschte in die Lücke. Die KTM-Dominanz wackelte.

Nach fünf Runden hatte sich ein Quintett abgesetzt: Carpe, Perrone, Quiles, Fernández und eben Pini. Die KTM Tech3- und Ajo-Maschinen tanzten Tango, während Pini auf seiner Honda erst einmal Beobachter blieb. Dann schlug er zu. Mit 248 km/h auf der Heckgeraden fräste er sich vorbei an Carpe, der sich bereits mit den Bremsen riss. Perrone konterte sofort, nutzte Carpes kleinen Fehler in Kurve 13 und warf sich innen vorbei. Drei Kurven später zeigte sich, warum Moto3 die gefährlichste Klasse der Welt ist: Pratama rutscht weg, Esteban fliegt über die grüne Honda – beide weg, die Lücke wieder offen.

Letzte runde, letzte chance

Letzte runde, letzte chance

Zwei Runden vor Schluss übernahm Perrone erstmals die Führung. Carpe konterte in Kurve 1, Quiles schlüpfte durch in 11. Dann die Triple-Rights: Carpe draußen, Perrone innen, beide touchieren sich leicht – und Pini wartet. Im Einlenken der 19er Kurve schiebt er sich durch die Mitte, schneidet Carpe ab und sprintet Richtung Zielgerade. Quiles folgt, Carpe und Perrone rutschen ins Gras. 0,158 Sekunden Vorsprung – mehr braucht ein Wolf nicht.

Mit dem Sieg springt Pini auf Platz fünf der Gesamtwertung, Quiles baut seine Führung auf 27 Punkte aus. Die Moto3-Saison bleibt ein Roulette: Jeder kann gewinnen, jeder kann fliegen. In Austin hat ein Italiener bewiesen, dass manchmal der Schäferhund den Rudelführer spielt – und die Meute plötzlich ganz woanders ist.