Vfl gummersball jagt den nächsten sieg – hallbäck will hannover zerlegen
Ludvig Hallbäck lacht nicht, er grinst. Fünf Spiele, fünf Siege – 2026 ist bislang ein Spaziergang für den VfL Gummersbach. Heute Abend um 20 Uhr empfangen die Oberbergischen die TSV Hannover-Burgdorf, und der Schwede hat keine Lust, die Serie zu stoppen. „Wir nehmen den Flow mit und holen uns die zwei Punkte“, sagt er, als wäre die Sache schon gelaufen.
Hannover kommt mit keller-timing
Die Recken rutschen genau jetzt in die Gummersbacher Schlagzeit. Vier Liga-Niederlagen in Folge, zuletzt eine 35:37-Heimklatsche gegen Hamburg. Nur ihre Abwehr steht noch halbwegs, doch vorne wirkt die Mannschaft wie verrostet. „Gute Mannschaft, starke Abwehr“, sagt Hallbäck und klingt dabei so, als würde er ein altes Klischeebuch zitieren. Er weiß: Wer gegen Göppingen, Stuttgart und Magdeburg verliert, bietet Angriffsfläche.
Im Hinspiel kassierte Hannover bereits eine 26:29-Heimpleite. Das war am ersten Spieltag, als niemand ahnte, dass Gummersbach sieben Liga-Siege nacheinander einfahren würde. Seitdem kletterte der VfL auf Rang fünf, nur einen Punkt hinter Kiel. Gestern verloren die Zebras in Melsungen – ein Sieg heute und der VfL rückt bis auf Rang vier heran.

Der neuzugang, der alles veränderte
Hallbäck selbst ist der Winter-Transfer, der sich wie ein Sommersturm anfühlte. Vom knotenlosen Göppingen kam er, um in Gummersbach Druck zu erzeugen. Mittlerweile ist er der Mann, der in jedem Interview die Stimmung anheizt. „Viele von uns spielen gerade auf extrem hohem Niveau“, sagt er und meint sich selbst mit. Die Zahlen geben ihm recht: 31:24 in Melsungen, 29:26 in Hannover, 34:28 gegen Berlin – die Tore sprudeln.
Die TSV kann sich mit ihrem Europapokal-Success in der European League schmücken, doch das zählt in der Bundesliga nicht. Dort ist Hannover nur Neunter, 22:28 Punkte, und die Trendkurve zeilt steil nach unten. Trainer Carlos Chércoles schwor sein Team gestern auf „Kampf und Disziplin“ ein, doch die Worte klangen, als hätten sie sich bereits in der Kabine verpufft.

20 Uhr – zeit für die nächste demonstration
In der Schwalbe-Arena sind 4.000 Plätze vergeben, die Stehkurve wird brüllen. Die Fans wollen das achte Liga-Siegen in Serie sehen, die Spieler haben sich gegenseitig mit Bartschwüren verpflichtet. Hannover muss heute eine Reaktion zeigen, sonst droht der Blick nach unten. Gummersbach dagegen kann sich mit einem Sieg fest in der Champions-League-Ränge einmauern.
Die Saison ist noch lang, doch der Schwung sitzt. Wer fünf Mal gewinnt, glaubt an den sechsten Sieg. Und wer einmal glaubt, stoppt nicht mehr. Hallbäck wird um 20 Uhr auflaufen, den Ball in die Hand nehmen – und wahrscheinlich wieder grinsen. Denn am Ende zählt nur das Ergebnis, und das steht schon jetzt in seinen Augen: zwei weitere Punkte, nächster Halt Spitzengruppe.
