Vfb stuttgart schlägt rb leipzig: undav trifft, champions-league-traum lebt

Deniz Undav schießt den VfB Stuttgart mit seinem 16. Saisontor in fünf Spielen in Folge an die Spitze des Champions-League-Rennens. Die Schwaben besiegen RB Leipzig 1:0 und wahren die Tabellendistanz von drei Punkten zum Verfolger – ein Erfolg, der mehr war als nur drei Zähler.

Undav wird zur festen größe im stuttgarter angriff

Die Nummer 26 ist kein einfacher Stürmer mehr. Nach seiner Verletzungspause hat er 20 Torbeteiligungen in 20 Bundesligaspielen gesammelt – eine Quote, die ihn neben Harry Kane und Michael Olise platziert. Sebastian Hoeneß nutzt ihn als „falsche Neun“, lässt ihn hinter Demirovic kreisen, durchrutschen, die Räume ziehen. Gegen Leipzig war Undav der einzige, der in der 56. Minute die Ruhe behielt, den Ball aus zwölf Metern versenkte, die Arena explodieren ließ.

Doch der 29-Jährige redet das Thema sofort klein: „Wir haben noch ein toughes Programm.“ Das ist kein Standard-Satz mehr, sondern Leitlinie. Nach dem Spiel bat er die Mannschaft im Kreis, die Köpfe kalt zu halten. Sein Frust bei kleinen Fehlern schweißt die Gruppe zusammen, nicht auseinander.

Stuttgart lernt, auch ohne glanz zu siegen

Stuttgart lernt, auch ohne glanz zu siegen

Die Statistik ist rückgratlang: 13 Pflichtspiele, nur eine Niederlage – und die beim Auswärtsspiel in Hamburg. Die Schwaben haben verstanden, dass Spitzenklasse nicht immer Spektakel bedeutet. Sie verteidigen mit der Härte eines Aufstiegskandidaten, verwalten Ergebnisse, lassen Leipzig an diesem Abend 17 Torschüsse abfeuern, doch nur zwei landen zwischen den Pfosten. Alexander Nübel ist mehr Organisator als Retter.

Hoeneß rotiert nur noch „light“. Elf Stammspieler haben sich herauskristallisiert, darunter Ramon Hendriks, ein 800.000-Euro-Schnäppchen aus Rotterdam, das Diomande und Nusa ausbremste. Der Niederländer ist Beispiel für den neuen VfB-Spirit: schnell, laut, unangenehm. Er spricht vom „echten Fight“, den man sich geliefert habe – und meint damit auch sich selbst.

Die kabine zittert mit – und das ist kein zufall

Die kabine zittert mit – und das ist kein zufall

Als Orban den Pfosten trifft, springt die komplette Bank hoch, als wäre ein Tor gefallen. Chris Führich rennt bei Undavs Konter mit, obwohl er längst ausgewechselt ist. Solche Bilder erklären, warum Stuttgart in der Schlussphase nicht mehr wegbricht. Die Gruppe glaubt aneinander, nicht an Systemfragen. Das ist in der heutigen Bundesliga kein Gemeinplatz mehr, sondern ein Wettbewerbsvorteil.

Die Tabelle lügt nicht: Vierter Platz, drei Punkte Vorsprung, elf Partien bis zur Entscheidung. Der VfB hat den Zeitpunkt gefunden, an dem Ergebnisse zählen stilvollen Fußball ersetzen. Wenn Undav so weitermacht und Hendriks weiterhin Flügelflitzer kühlt, wird Leipzig nicht die letzte Spitzenmannschaft sein, die in Stuttgart die Rechnung ohne den Gastgeber macht. Die Champions-League-Teilnahme rückt näher – und Stuttgart weiß: Sie kann auch ohne Schönheitspunkte erreicht werden.