Vfb schießt wolfsburg in die krise – bauer steht mit rücken zur wand

Der VfB Stuttgart hat den VfL Wolfsburg am 24. Spieltag mit 4:0 (3:0) nach Hause geschickt und die Niedersachsen damit tiefer in den Abstiegsstrudel gerissen. Deniz Undav und Jamie Leweling sorgten schon vor dem Seitenwechsel für die Vorentscheidung, ehe Nikolas Naartey kurz vor Ultimo den Deckel draufmachte. Die Pleite lässt Trainer Daniel Bauer einmal mehr wie einen Mann wirken, der sich an der Kippe festhält – und die Kippe schon raucht.

Stuttgarter nationalspieler drehen auf

Chris Führich war der Zünder. Nach 14 Minuten jagte er den Ball auf Grabaras Kasten, zog aus spitzem Winkel ab und zwang den polnischen Keeper zu einer Parade, die schon Signalcharakter hatte. Sieben Minuten später passte er erneut scharf vors Tor, ein Quäntchen Glück half Undav, die Kugel per Fußinnenseite unter die Latte zu döppeln. Die Partie war damit gelaufen – zumindest für Wolfsburg, das seither wirkte, als hätte es das Spiel vergessen, nicht der Gegner.

Der zweite Streich folgte auf dem Fuße. Leweling stand goldrichtig, als Demirovic den Querpass verpasste, und schob aus fünf Metern ein. Die 42. Minute brachte dann den kunstvollen Höhepunkt: Einwurf Demirovic, Kopfballklärungsversuch der Wolfsburger, Leweling mit dem Dropkick – 100 km/h, leicht abgefälscht, keine Chance für Grabara. Die Latte zitterte, die VW-Seite zitterte mehr.

Bauer wechselt sich selbst in die kritik

Bauer wechselt sich selbst in die kritik

Daniel Bauer stand nach dem 0:3 wie ein Betrunkener im Scheinwerferlicht. Dreifachwechsel zur Pause, Hensel raus, Shiogai, Adjetey und Pejcinovic rein – doch nichts half. Die Ideenlosigkeit blieb, die Chancen blieben aus, die Rufe nach seiner Ablösung werden lauter. Aus 14 Spielen unter seiner Führung holte Wolfsburg drei Siege, jetzt steht der Klub auf Platz 17, drei Zähler hinter Rettungsplatz 15. Die Statistik ist so hart wie Lewelings Schuss.

Die zweite Hälfte war ein Verwaltungsspiel für Stuttgart. Führich probierte es noch einmal, Grabara parierte stark (58.), sonst ging’s zur Schonung. Denn der VfB schielt nicht nur auf die ChampionsLeague, er schielt auch auf den DFB-Pokal und die EuropaLeague – Dreifachlast, die solche Spiele wie gegen Wolfsburg verschont.

Wolfsburg empfängt hsv – stuttgart reist nach mainz

Wolfsburg empfängt hsv – stuttgart reist nach mainz

Am kommenden Samstag geht’s für Stuttgart nach Mainz, für Wolfsburg gegen den HSV. Die Aufgaben klingen harmlos, sind es aber nicht. Mainz hat sich in der Rückrunde zur Festung gemausert, der HSV schielt auf den Aufstieg. Für Bauer beginnt jetzt die Endphase seiner Amtszeit – oder die letzte Chance, sie doch noch zu verlängern. Die Uhr tickt lauter als Lewelings Schuss.

Die Tabelle lügt nicht: Stuttgart feiert den vierten Platz, Wolfsburg denkt an die zweite Liga. Und die Fans? Die summen schon das alte Lied: „Bauer raus“ – es klingt wie ein Nachruf auf eine Idee, die nie Fuß fasste.