Vfb hilden trennt sich von tim schneider – tabellenzweiter muss sich neu aufstellen

Der VfB 03 Hilden schickt seinen Erfolgstrainer Tim Schneider vorzeitig in die Wüste. Obwohl die Mannschaft auf Platz zwei der Oberliga Niederrhein steht und gerade erst den TSV Meerbusch mit 5:0 demolierte, läuft Schneiders Vertrag zum Saisonende aus – und wird nicht verlängert.

Ein schlag ins kontor – warum der vfb jetzt zieht

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Seit Sommer 2020 führt Schneider die Hildener, stieg aus der A-Jugend auf und etablierte den Klub in der Spitzengruppe. Vizemeister 2023, aktuell nur zwei Punkte hinter Ratingen 04/19. Doch interne Signale offenbar stärker als Tabellenwahrheit. Der Verein spricht von „nicht idealen Zeitpunkt“, doch „Planungssicherheit“ sei nötig. Klingt nach bereinigtem Streit – klingt nach Machtkampf.

Offiziell heißt es: „Tim Schneider hat mit großem Engagement, fachlicher Kompetenz und viel Leidenschaft maßgeblich dazu beigetragen, dass sich der VfB Hilden als feste Größe in der Oberliga etabliert hat.“ Geschwafel. Wenn alles so super wäre, würde man ihn halten. Die Hintertür bleibt offen: Vielleicht wollte Schneider mehr Kompetenz, vielleicht die Sportvorstandsebene neu besetzen. Vielleicht reicht Platz zwei halt doch nicht, wenn die Regionalliga-Tür nur einen Spalt offen steht.

Für den Trainer heißt es nun: Runter vom Sofa, rein ins Rennen. Noch fünf Spieltage, dann kann er mit einem Titel und einem Aufstieg den Club verlassen, den er aufgebaut hat. Ironie des Fußballs: Je besser er wird, desto sicherer ist seine Abberufung. Die Spieler reagieren mit betretenem Schweigen auf WhatsApp – keiner will sich vor den Karren spannen lassen.

Die Nachfolgerliste ist lang, doch kein Name durchgestrichen. Intern vermutet man einen externen Profi mit Regionalliga-Erfahrung, der den Kader sofort umbauen soll. Bis Sommer hat der VfB Zeit, sich zu erklären. Bis dahin zählt nur ein Satz: Aufsteigen oder Abschied – beides ist möglich. Die Fans werden auf der Tribüne stehen und fragen: Warum jetzt? Die Antwort bleibt im Büro. Und Tim Schneider? Der schaut nach vorn. Sein nächster Job beginnt, sobald dieser endet.