Verwirrung um mindesthaltbarkeitsdatum: was wirklich zählt!

Wer kennt es nicht: Man wirft einen Blick in den Kühlschrank und fragt sich, ob das Joghurt noch gut ist, obwohl das Mindesthaltbarkeitsdatum schon überschritten ist. Oftmals herrscht Verwirrung zwischen Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum – eine Unterscheidung, die unsere Geldbörse und die Lebensmittelverschwendung betrifft. Ernährungsexperte Nutriman klärte kürzlich in der Sendung ‘Atrévete’ auf Cadena Dial die wichtigsten Unterschiede auf.

Das mindesthaltbarkeitsdatum: qualität, nicht sicherheit

„Das Mindesthaltbarkeitsdatum gibt an, bis zu welchem Zeitpunkt der Hersteller die optimale Qualität – also Geschmack, Textur und Nährwert – garantiert“, erklärt Nutriman. Das bedeutet nicht, dass das Produkt danach ungenießbar wird. Gerade bei Produkten wie Schokolade, Keksen, Mehl, Hülsenfrüchten, Honig oder Joghurt ändert sich nach Ablauf dieses Datums lediglich die Qualität. Der Geschmack kann abnehmen, die Konsistenz sich verändern – aber ein Gesundheitsrisiko besteht in der Regel nicht.

Die Verwirrung entsteht oft, weil viele Konsumenten das Mindesthaltbarkeitsdatum fälschlicherweise mit dem Verbrauchsdatum verwechseln, das bei leicht verderblichen Lebensmitteln wie frischem Fisch oder rohem Fleisch angegeben wird. Dieses Datum kennzeichnet den Zeitpunkt, ab dem die Sicherheit des Produkts nicht mehr gewährleistet werden kann.

Joghurt und eier: mehr spielraum als gedacht

Joghurt und eier: mehr spielraum als gedacht

Besonders interessant ist die Aussage des Experten bezüglich Joghurt. „Ein Joghurt, der das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten hat, kann durchaus noch zwei bis drei Wochen nach dem angegebenen Datum verzehrt werden. Erst wenn er schlecht riecht, sollte man ihn entsorgen.“ Auch bei Eiern gibt es einen größeren Spielraum: Sie können oft noch zwei bis drei Wochen nach dem Kauf bedenkenlos gegessen werden.

Es ist also ratsam, sich nicht blind auf das Etikett zu verlassen, sondern die eigenen Sinne zu nutzen. Riecht und sieht ein Produkt noch gut aus, kann es in vielen Fällen auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch genossen werden – ein kleiner Beitrag zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung und eine Erleichterung für den Geldbeutel.

Die Zahlen sprechen für sich: In Deutschland werden jährlich rund 11 Millionen Tonnen Lebensmittel im Wert von 25 Milliarden Euro weggeworfen. Ein bewussterer Umgang mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum kann hier einen wichtigen Beitrag leisten.