Verstappen wirft reporter raus – suzuka-skandal eskaliert

Ein einziger Satz genügte, um die Pressezelle von Suzuka in Eis zu legen: „Erst raus, dann rede ich.“ Max Verstappen schickte den Guardian-Mann Giles Richards vor laufenden Mikrofonen des FIA-Pools hinaus – und zog damit den Reißverschluss zu einer Privatfehde auf, die Abu Dhabi erst den Anfang nahm.

Der funke war abu dhabi

Im Dezember, beim Saisonfinale auf Yas Island, hatte Richards den Niederländer gefragt, ob er die Barcelona-Attacke auf George Russell bereue. Verstappen hatte beim GP Spanien die Kurve gestutzt, Russell touchiert und sich trotz Rückgabe-Pflicht anschließend erneut in den Silberpfeil gebohrt. Die Strafe: zehn Sekunden, neun Punkte weniger, am Ende zwei Zähler Rückstand auf Weltmeister Lando Norris. Die Frage nach Reue glich für Verstappen einem Salzstoß in die offene Wunde. Er antwortete damals giftig, aber noch höflich.

In Suzuka platzte der Knoten. Kaum dass Richards sich neben der Kamera positioniert hatte, stoppte Verstappen die Runde: „Ich sage kein Wort, solange er hier ist.“ Die Stille, die folgte, war so greifbar, dass selbst die japanischen Kamerateams die Tonspur kurz nachdrehten. Richards, verwirrt: „Ich? Ernsthaft?“ Verstappen, unverdreht: „Geh raus.“

Red bull schweigt, die konkurrenz jubelt

Red bull schweigt, die konkurrenz jubelt

Die Szene dauert keine 30 Sekunden, reicht aber, um Twitter zu sprengen. Mercedes liefert prompt ein GIF, in dem Russell die Augen verdreht. McLaren-Teamchef Andrea Stella kommentiert lakonisch: „Wenn du mit dem Druck nicht klarkommst, solltest du vielleicht nicht viermal Weltmeister sein.“

Verstappen selbst wirkt nach dem Medienmarathon angespannt, aber entschlossen. Noch liegt er nur acht Punkte vor dem ersten MotoGP-Fahrer und 43 hinter Spitzenreiter Russell. Die Saison ist jung, das Tempo da, aber das Karma? Bröckelt. In der Garage flüstern Ingenieure, dass das Team intern bereits einen „Kommunikations-Coach“ engagiert habe – offiziell natürlich dementiert.

Die Frage bleibt: Wer trägt die Kosten für ein Ego, das sich selbst zum Sheriff erhebt? Die Antwort liefert der WM-Stand: wer punktet, darf reden. Verstappen schweigt – bis er wieder gewinnt. Dann wird Richards vielleicht wieder hereingebeten. Oder gleich zum Weltmeister erklärt.