Verstappen attackiert die grüne hölle: weltmeister fährt 24h am nürburgring

Max Verstappen tritt beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring an. Der dreifache Formel-1-Weltmeister wird am 7./8. Juni mit dem Mercedes-AMG GT3 in der SP9-Eliteklasse starten – und erfüllt sich damit einen Kindheitstraum.

Die Nordschleife gilt als härtester Rennkurs der Welt. 25,378 Kilometer, 154 Kurven, Höhenunterschiede wie in einem Alpenpass. „Keine Strecke gleicht ihr“, sagt Verstappen. „Diese 24 Stunden sind seit Jahren auf meiner Liste.“

Mercedes verlegt vorbereitungslauf früher

Damit der 28-Jährige nicht blind ins Ungewisse rast, wurde der NLS2-Lauf um eine Woche vorgezogen. Am 12. April kann Verstappen bei der Langstrecken-Serie testen, was Asphalt, Wetter und Streckenrand zu bieten haben. Bereits 2024 fuhr er bei der NLS9 seinen ersten Sieg auf der Eifel-Dschungel-Piste.

Red Bull und Mercedes-AMG Motorsport stellen ein Werksteam. Neben Verstappen sitzen Lucas Auer, Jules Gounon und Daniel Juncadella im 585-PS-Cockpit. „Starke Besetzung“, findet Verstappen. „Jetzt heißt es: Daten sammeln, Reifenmodelle verstehen, Nächte durchrechnen.“

Die rechnung: 4.000 runden in 24 stunden

Die rechnung: 4.000 runden in 24 stunden

Bei trockener Bahn legt die SP9-Spitze rund 180 Runden pro Stunde zurück. Die Wahrscheinlichkeit, dass Nebel, Regen oder ein Ölstrahl die Strecke lahmlegt: fast 100 Prozent. Wer die Nordschleife beherrscht, braucht neben Speed vor allem ein Schaltprogramm im Kopf: Bremspunkte bei 220 km/h im Dunkeln, Sprünge bei Pflanzgarten, Aquaplaning in der Fuchsröhre.

Verstappen besitzt die DMSB-Nordschleifen-Lizenz seit 2023. Die Erlaubnis darf nur erhalten, wer Nachweise über 18 Runden ohne Zwischenfall vorlegt. Der Niederländer absolvierte 30 und sagt: „Jede Runde lehrt Respekt.“

Einziger haken: terminkollision mit der f1 steht bevor

Einziger haken: terminkollision mit der f1 steht bevor

2025 findet das 24-Stunden-Rennen traditionell am Juni-Wochenende statt. Die Formel-1-Kalender-Planer haben aber noch keinen endgültigen Slot für den Stadtkurs von Baku vergeben. Sollte sich die Azerbaidschan-Grand-Prix-Datum nach vorne verschieben, müsste Verstappen wählen: Punkte für die WM oder Ring-Ruhm. Teamchef Christian Horner lässt offiziell wissen: „Wir werden die Entscheidung gemeinsam treffen.“

Verstappen selbst wirkt entspannt. „Ich fahre, solange das Lenkrad nicht weggenommen wird.“ Die 24 Stunden am Nürburgring zählen zu den letzten Rennen, in denen Amateure und Profis dieselbe Strecke teilen – ein einziges Mal im Jahr verschwimmt die Grenze zwischen Hobby und Highspeed. Wer hier gewinnt, darf sich Legende nennen. Für Verstappen ist das kein Nebenjob, sondern die nächste Trophäe.