Verona packt aus: so will er ayuso aufs tour-podium schießen

Carlos Verona wird 34, aber er fühlt sich 24. 2026 soll seine bisher härteste Tour-Saison werden – nicht für sich, sondern für Juan Ayuso. Der Madrider wird zum Chef d'Équipe im Lidl-Trek-Block, der endlich den Sprung von «gut» zu «unschlagbar» wagt.

Die volta a catalunya ist nur die feuerprobe

13 Mal ist er schon gestartet, seit 2013 ohne Pause. «Wenn du hier überlebst, schaffst du auch die Alpen im Juli», sagt er lachend, aber die Stimme klingt scharf wie ein Kettenblatt. Vallter, Col de Pal, Montjuïc – vier Tage am Limit, kein Zeit zum Luftholen. «Die, die aus Tirreno kommen, werden bluten», prophezeit er. Er selbst hat Milan-Turin in den Beinen und trotzdem Dampf. Gelegenheit, um sich in die Top-10 zu schieben? «Wenn die Lampe aufleuchtet, trete ich. Punkt.»

Skjelmose, Gee, Ciccone – drei Kapitäne in einem Rennen. Verona ist der vierte Mann, der alle Sprachen spricht: Straße, Wind, Funk. «Wir haben keinen Favoriten, deshalb sind wir gefährlich», sagt er. Vingegaard mag die Nummer 1 sein, «aber er muss uns erst mal schütteln».

Ayusos sturz in nizza war sein sturz mit

Ayusos sturz in nizza war sein sturz mit

Verona saß hinter dem Kollegen, als der Spanier in der Passwang-Abfahrt aufs Asphalt klatschte. «Da war nichts mit Ups, passiert. Das war ein Tiefschlag.» Seit zwei Wochen trainieren sie wieder zusammen in Madrid. «Er ist wieder der Alte, nur mit mehr Kratzern.» Die Tour-Bilanz: «Wenn er podiumt, bin ich zufrieden. Wenn er gewinnt, bin ich Rentner – mit Lächeln

Die Chemie stimmt. Zwischen Intervallen suchen sie sich Strava-Segmente und jagen sich gegenseitig in die rote Zone. «Manchmal gewinne ich, meistens nicht. Aber das ist kein Training, das ist Schach auf Rädern.»

Lidl-trek wird zur kampfmaschine

Verona schwärmt wie ein Neuzugang, obwohl er seit 2021 dabei ist. «Windkanal, Höhentraining, Küchen-Truck – ich habe noch nie so viele Ressourcen gesehen.» Der neue Eigentümer will nicht nur Siege, er will «Radfahren zur Lebensfrage machen». Verona lacht: «Wenn ich meine Socken ziehe, hat jemand schon das passende Paar bereitgelegt.»

Langfristige Verträge, kein Wechselzirkus. «Wir sind keine All-Star-Truppe, wir sind eine All-in-Truppe

Pogacar? ein alien in radlerhosen

Verona schüttelt den Kopf, als die Rede auf Milan-Sanremo kommt. «Ich habe geglaubt, ich kenne Grenzen. Dann fällt der Kerl auf der Cipressa, steht auf und sprintet 300 Meter später weg. Das ist keine Taktik, das ist Physik.» Seine Prognose: «Er wird alle fünf Monumente gewinnen – und dann sicher auch noch das, was es danach gibt.»

Für Verona bleibt nur, das Tempo anzuziehen. «Wenn du hinter ihm fährst, lernst du, was schnell wirklich bedeutet.»

Die Uhr tickt. In zwei Monaten steht das Team-Camp in den Alpen an. Dort wird entschieden, wer July in Gelb trägt. Verona spielt sein Ass: «Ich bin nicht mehr der Junge, der nur hilft. Ich bin der Mann, der den König aufs Podium bugsiert.»

Die Saison 2026 ist offen wie ein Zielsprinter auf der Champs-Élysées. Verona will nicht zuschauen, er will zündeln. «Wenn Ayuso auf dem Treppchen steht, reiche ich ihm den Champagner – und trinke selbst aus dem Radschuh.»