Veron packt aus: „rom war meine familie, der klub gehört nie dem präsidenten“
Juan Sebastián Veron hat das Lazio-Herz erneut zum Schlagen gebracht. In der YouTube-Doku „Lazio: nel buio, la luce“ zerlegt der Ex-Strategen, warum seine Zeit in der Hauptstadt trotz nur zwei Saisons bis heute nachhallt – und warum Präsident sein kein Selbstzweck ist.
„Ich kam als unbekannter Argentiner, umgeben von Fragezeichen“, erinnert sich Veron. Die 25 Millionen Mark Ablöse (Sommer 1999) galten vielen italischen Klubchefs als Wagnis. Veron lacht heute: „Stattdessen fand ich eine verschworene Truppe, einen Coach, der mich schon bei Sampdoria kannte, und eine Stadt, in der meine Kinder das Licht der Welt erblickten.“

Scudetto-knall und die macht der kurve
Der Mittelfeldregisseur spielt offen den Ball zurück an die Tifosi. „Das Trikot leiht dir der Klub, aber die Farben gehören der Gemeinde. Vergiss das, und du bist verloren.“ Die Anspielung ist klar: Auch in Buenos Aires, wo er Estudiantes präsidial führt, versteht er sich nur als Stellvertreter. „Die echten Besitzer stehen auf der Tribüne, nicht im Vorstandssessel.“
Diese Haltung rettete ihn, als Lazio 2000/01 die Titelverteidigung platzen sah. „Wir lagen kurz vor dem Scudetto, dann rutschten wir ab. Die Zweifel wurden laut, doch die Curva Nord schrie weiter. Diese Energie trägt, nicht der Präsident.“
Für Veron bleibt ein Fazit: „Rom war kein Zwischenstopp, sondern meine italienische Familie.“ Und er zieht eine klare Grenze: „Wer glaubt, ein Klub sei Eigentum der Funktionäre, hat den Kern des Fußballs nicht verstanden.“
Die Botschaft des 50-Jährigen kommt zur rechten Zeit. Nach Jahren von Sanierungsdebatten und Investorgerüchten rund um die Biancocelesti erinnert Veron daran, dass Stimmung und Identität nicht in Bilanzen stehen. Sein Credo: „Arbeiten, zuhören, liefern – sonst ist es vorbei.“ Für Lazio-Fans ein Bekenner, für Manager eine Kampfansage.
