Vernon schlägt godon im sprint – lipowitz geht leer aus

Der Wind hat entschieden. Nicht die Beine, nicht die Taktik – der Wind. Die geplante Bergankunft auf der Skistation Vallter auf über 2000 Metern wurde wegen heftiger Böen kurzerhand aus dem Programm gestrichen, und was blieb, war eine auf 151 Kilometer gestutzte Etappe mit einem Bergaufsprint nach Camprodón. Den nutzte Ethan Vernon eiskalt.

Vernon schlägt den gesamtführenden auf dessen eigenem terrain

Der 25-jährige Brite vom Team NSN Cycling ließ am Donnerstag selbst Dorian Godon von Ineos Grenadiers hinter sich – jenem Mann, der diese Katalonien-Rundfahrt bislang dominiert wie kein anderer. Godon, Sieger der ersten und dritten Etappe, musste sich mit Platz zwei begnügen. Thomas Pidcock (Q36.5), Mountainbike-Olympiasieger und alles andere als ein Zufallsprodukt im Radsport, komplettierte das Podium.

Für Florian Lipowitz war dagegen wenig zu holen. Platz 24 für den deutschen Kletterspezialisten – eine Zahl, die nicht wehtut, aber auch nichts verspricht. In der Gesamtwertung liegt er noch in Schlagdistanz, doch die Zeit läuft.

Godon führt, aber die jäger rücken näher

Godon führt, aber die jäger rücken näher

Die Gesamtwertung bleibt eng wie ein Bergpass im Frühjahr. Godon hält 13 Sekunden Vorsprung auf Pidcock. Remco Evenepoel vom deutschen Team Red Bull-Bora-hansgrohe lauert auf Rang drei mit 14 Sekunden Rückstand – trotz seines Sturzes nur 500 Meter vor dem Ziel am Vortag. Und dann ist da noch Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike), zweifacher Tour-de-France-Sieger, der mit 24 Sekunden Rückstand in der Hinterhand wartet wie jemand, der seinen besten Zug noch nicht gespielt hat.

Freitag bringt die entscheidung – oder zumindest einen vorgeschmack

Freitag bringt die entscheidung – oder zumindest einen vorgeschmack

Die Königsetappe am Freitag lässt keine Kompromisse zu: 155,3 Kilometer, über 4500 Höhenmeter, Schlussanstieg auf den Coll de Pal – 16,5 Kilometer lang, im Schnitt 7,2 Prozent Steigung. Das ist kein Test mehr. Das ist eine Abrechnung.

Rund 100 Tage vor dem Start der Tour de France liefert Katalonien genau das, was die Kletterspezialisten brauchen: echten Druck, echte Erschöpfung, echte Antworten. Wer am Coll de Pal noch Beine hat, der darf in Lyon mit einem Lächeln einrollen. Wer dort einbricht, fährt den Sommer über Erklärungen spazieren.