Vergara und gonzález zerstören deutsche hoffnung – tie-break-königinnen stehen im viertelfinale

Sie kommen, sie sehen, sie zerreißen das Netz im Tie-break. Ana Vergara und Sofía González haben im nayaritischen Puerto Vallarta erneut bewiesen, dass sie in der Zusatzrunde unantastbar sind: 15:8 im dritten Satz gegen die deutschen Top-Seeds Chenoa Christ und Sophia Neuss, 2:1 nach 28:30-Kracher im zweiten Durchgang. Damit stehen die Spanierinnen im Viertelfinale des BPT Challenge – und niemand traut ihnen noch ein frühes Aus.

0:5-Rückruf? egal. sie wissen, wie man narratives dreht

Die Vorzeichen gegen die US-Americans Kamila Tan und Madison Shields waren miserabel: 0:5 im ersten Satz, 19:19 im zweiten. Doch Vergara, die Cántabra mit dem scharfen Schmetterball, und González, die Malagueña mit dem gefühlvollen Handtuch-Fake, schalteten auf „Tor-Modus“. Ergebnis: 15:12 im Tie-break, Platz acht sicher. Das Match dauerte 72 Minuten, aber die Statistik, die zählt, steht nach drei Turnieren als Duo: 3 von 4 Tie-breaks gewonnen. Die vierte kommt vermutlich morgen.

Gegen Christ-Neuss legten sie sogar los: Erster Satz 21:15, zweiter 28:30 – ein Satz, in dem sie fünf Matchbälle wegwarfen und trotzdem lachten. Warum? Weil sie wissen: „Wenn wir in den dritten gehen, gehört der Court uns.“ Der dritte ging mit 15:8, zwei Asse, ein Block, ein Lob ins mexikanische Nachtblau. Fertig.

Nächster gegner: chinas xu und xia – und ein historisches weißbuch

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Am Samstag 22:00 Ortszeit (15:00 MESZ) treffen sie auf Xu Yan und Xinyi Xia, Rang 83 der Welt, ungeschlagen in dieser Woche, aber noch nie gegen europäische Tie-break-Spezialistinnen. Für González ist es bereits das dritte Viertelfinale in einem Challenge, doch die erste Medaille ist noch blank. Für Vergara ist es Premiere – und sie spielt, als wolle sie das mexikanische Tattoo direkt mit Silber füllen.

Die Arena „Estadio Panamericano“ kocht. 3.200 Plätze, alles ausverkauft, seit die Organisatoren bekannt gaben, dass „las españolas“ um 22:00 auflaufen. Die Buchmacher sehen die Chinas leicht vorn, doch die Quote auf einen dritten Satz ist so niedrig, dass selbst die Einheimischen drücken. Warum? Weil Vergara und González in dieser Woche bereits 67 % aller Punkte nach 12 gespielten Ballwechseln geholt haben – ein Wert, den sonst nur die Top-10 der Welt erreichen.

Sollten sie gewinnen, winkt am Sonntag nicht nur die Medaille, sondern die direkte Qualifikation für die nächste Elite-Tour-Stufe in Ostrava. Ein Sprung von 134 auf rund 70 in der Weltranglage wäre die Belohnung. Die beiden haben ihren Coach bereits losgeschickt, um die Flüge umzubuchen. Der Rest des Feldes schaut verlegen weg – sie wissen, dass das nächste Tie-break kommt, und sie können nichts dagegen tun.