Vergara fällt aus: napoli verliert den nächsten motor vor dem topspiel gegen milan
Antonio Vergara wird fehlen – und das länger als gedacht. Die Untersuchung im Pineta Grande Hospital bestätigte eine Zerrung der Plantarfaszie im linken Fuß. Keine Entzündung, keine Kurzzeitlösung. Der Mittelfeldspieler, der zuletzt gegen Turin zur Pause rausmusste, fällt mindestens bis nach der Länderspielpause aus.

Der zeitplan rückt in weite ferne
Die Partien gegen Lecce und Cagliari verpasst Vergara sicher. Ob er zum Saisonfinale zurückkehrt, ist offen. Das Medizin-Team um Chefphysio Raffaele Canonico wird die Heilung täglich neu einschätzen müssen. Der 23-Jährige hat bereits mit Aqua-Jogging und Mobilisation begonnen, doch die Faszie ist ein tückischer Partner. Jeder Schritt zu früh kann den Riss größer werden lassen.
Für Trainer Conte ist das ein Déjà-vu. Er hatte Vergara gerade neu aufgebaut, nachdem sich Elmas das Syndesmoseband riss und Anguissa monatelang fehlte. Nun steht er wieder vor einem Puzzle ohne Eckstücke. Die Statistik der letzten beiden Jahre spricht eine deutliche Sprache: 27 verletzte Spieler, 189 Ausfalltage – mehr als jeder zweite Sieg wurde durch Notformationen erzwungen.
Die Fans fragen sich lautstark, warum das medizinische Konzept nicht greift. Die Antwort liegt im Detail: Napoli setzt auf hohe Laufleistung und aggressive Gegenpressing-Dauer. Die Belastungssteuerung funktioniert nur, wenn alle fit sind. Sobald Ersatzspieler doppelt Belastung übernehmen, kippen die Werte. Vergara absolvierte in der englischen Woche vor Turin 72 intensive Sprints – Normalwert: 48.
Conte wird nun mit Demme und Lobotka improvisieren. Der Blick richtet sich auf das Easter-Duell mit Milan. Ohne Vergaras Ballgewinne in der Vorwärtsbewegung fehlt die erste Pressing-Schranke. Ein Sieg dort wäre nicht nur drei Punkte, sondern ein Signal an die Konkurrenz: Wir haben noch Tiefe. Doch diese Tiefe schrumpft mit jedem Muskelfaserriss ein Stück mehr.
