Veith wirft den thc raus: blomberg klaut bronze in stuttgart
Die HSG Blomberg-Lippe hat dem Thüringer HC den letzten Pulverdampf entrissen und sich mit einer 29:27-Revanche die Bronzemedaille geschnappt. Melanie Veith war es, die in der Porsche-Arena mit zwei Gegentreffer-Paraden die Weichen stellte – und ihrem alten Klub die Luft nahm.
Müller nennt es die „einfachste niederlage seines lebens“
Herbert Müller sprach nach Abpfiff von einer bewussten Rotation. „Giulia kam aus der Verletzung, Kim Ott bekam ihre Minuten – wir haben genau das trainiert, was wir in den nächsten Wochen brauchen.“ Der THC-Coach stellte seine Start-Formation um, ließ Leistungsträgerinnen ruhen und akzeptierte den Verlust wie ein Testspiel. Die Zahlen hinter der Taktik: 13 technische Fehler in zehn Minuten zwischen der 42. und 52. Minute verwandelten die 23:21-Führung in ein 23:26-Defizit. Blomberg erzielte in diesem Fenster sieben der letzten neun Tore.
Josefine Hanfland gestand die kurze Blackout-Phase ein: „Wir wussten, dass sie rennen, wenn wir stolpern. Und genau das passierte.“ Die Kapitänin sah die Ursache im Halbfinale vom Vortag, das der THC erst im Siebenmeterwerfen verlor. „Viele von uns haben kein Auge zugemacht. Heute waren die Beine ein Stück weit leer.“

Blomberg spielt sich den frust weg
Für die Lipperinnen war die Partie die Antwort auf die Halbfinal-Niederlage gegen BVB. „Wir wollten unbedingt mit einem guten Gefühl nach Hause fahren“, sagte Steffen Birkner. Sein Team fand nach schwachem Beginn „zur HSG-DNA“ und startete den entscheidenden 5:0-Lauf. Die Abwehr rückte höher, Veith entschärfte zwei Tempogegenstöße – und auf der Gegenseite verwandelte Viola Leuchter zweimal aus dem Rückraum zur 27:24-Führung.
Die letzten 120 Sekunden wurden zur Geduldsprobe: THC-Torjäger Antje Döll verkürzte per Siebenmeter, doch Blomberg ließ den Ball nicht mehr her. Als die Sirene heultte, warf sich Veith vor dem eigenen Kasten auf den Hallenboden – Bronze war sicher.
Die Medaille bringt 15.000 Euro Preisgeld ein und verspricht zusätzlichen Sponsor-Pusch. „Das Geld steckt direkt in der Jugendarbeit“, sagte Managerin Kerstin Haid. Der THC blickt bereits nach vorn: Am 20. Mai startet das Play-off-Viertelfinale, Gegner wird wohl Borussia Dortmund. Müller zeigte sich trotzdem zufrieden: „Heute war Werbung für unseren Sport – und manchmal ist eine Niederlage der bessere Sieg.“
