Var-entscheidungen: mehr macht für die technik – wo führt das?
Mehr befugnisse für den video-assistenten
Der Video-Assistent (VAR) erhält mehr Kompetenzen im Fußball. Diese Entwicklung markiert eine Abkehr von den ursprünglichen Versprechungen bei der Einführung des Systems – die Maschine übernimmt zunehmend die Kontrolle. Bei der Generalversammlung des IFAB, dem Regelgremium des Fußballs, stehen zwei entscheidende Änderungen zur Debatte. Ab Sommer soll der VAR verstärkt in Eckbälle und Gelb-Rote Karten eingreifen und auf Fehler prüfen.

Die logik hinter den änderungen
Die Argumentation für diese Erweiterungen ist nachvollziehbar: Eckbälle und Platzverweise können spielentscheidend sein. Doch die neuen Eingriffsmöglichkeiten stellen einen Bruch mit der ursprünglichen Idee des VAR dar. Ursprünglich sollte der VAR nur bei klaren und offensichtlichen Fehlern in spielentscheidenden Situationen – Tore, Elfmeter, rote Karten – eingreifen, um gravierende Fehlentscheidungen zu verhindern. Das war das Versprechen.

Eine entwicklung mit ungewissem ausgang
Die Erweiterung der VAR-Befugnisse wirft Fragen auf. Wird der VAR bald auch bei Einwürfen eingreifen, wenn diese als spielentscheidend angesehen werden? Und wenn die zweite Gelbe Karte geprüft wird, warum dann nicht auch die erste? Schließlich macht sie die Hälfte eines Platzverweises aus, der selbst eine spielentscheidende Situation darstellt. Die Debatte ist eröffnet und die Richtung ist klar.

Die rolle des ifab und der fifa
Acht Fußballfunktionäre – vier von der FIFA und vier von den britischen Verbänden – werden in Hensol Castle, Wales, über die Änderungen entscheiden. Die FIFA treibt die zunehmende Automatisierung und den Einsatz von Technologie im Fußball voran. Der menschliche Schiedsrichter könnte in Zukunft hauptsächlich eine Moderationsrolle zwischen den Spielern einnehmen. Eine Entwicklung, die viele Fans kritisch sehen.

Vom "klaren fehler" zum allgegenwärtigen eingriff
Begriffe wie "hohe Eingriffsschwelle" und "spielentscheidende Situationen" erscheinen angesichts der aktuellen Entwicklung nahezu bedeutungslos. Die Zeit, als Abseitslinien noch manuell im Kölner Keller mit der Maus angelegt wurden, wirkt im Vergleich fast nostalgisch. Die Zukunft des Fußballs scheint von einer immer allgegenwärtigeren Technologie bestimmt zu sein.

Die zukunft: der "field assistant referee"
Der nächste Schritt könnte der "Field Assistant Referee" (FAR) sein. Dieser Assistent auf dem Spielfeld würde in vielen Situationen zum menschlichen Sprachrohr des VAR. Die Technologie übernimmt immer mehr Aufgaben, und der Mensch wird zunehmend zu einem Ausführenden degradiert. Eine Entwicklung, die viele Fußballfans und Experten kritisch betrachten.

Podcasts und weiterführende informationen
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