Vanoli zertrümmert seine eigene mannschaft: „kein einziger schuss aufs tor – das ist unser spiegelbild“
Udine – Die Stadio Friuli wurde zur Schreckenskammer. Fiorentina kassierte eine 0:3-Klatsche, und Paolo Vanolilieferte nach Abpfiff Selbstkritik in Reinform: „Wir haben null Torschüsse – das ist das Foto unserer Partie.“
Keine beine, kein ball, kein plan
Die Zahlen sind brutal: 32 % Ballbesitz, 0:12 Schüsse, 37 verlorene Zweikämpfe. „Wir sind immer zweiter am Ball angekommen“, sagte Vanoli vor den Mikros von DAZN. Die Dreierkette? Notlösung. Rugani war nach 70 Minuten leer, Kean schleppte seine Tibiaprobleme mit, Solomon fehlte komplett. „Die Conference League hat uns die Beine weggezogen“, so der Trainer.
Doch der K.-o.-Satz folgte postwendend: „Wir bauen etwas auf, um es dann wieder abzuschenken – das ist kein Ausfall, das ist ein Muster.“ Die Serie: vier Niederlagen in den letzten fünf Pflichtspielen, nur ein Treffer. Champions-League-Platz? Fernfunk.

Gudmundsson vermisst, mittelfeld verloren
Vanoli hatte Albert Gudmundsson als falsche Neun zwischen die Linien gestellt, doch der Isländer bekam keine Zuarbeit. „Wir haben ihn nicht einmal gesucht“, gestand der Coach. Stattdessen querstehen, rückwärtspassen, hoffen. Die Folge: eine Elf ohne Biss. „Wir müssen rabiater werden, son landen wir im Niemandsland zwischen Europa und Abstiegszone“, warnte er.
De Gea im Kasten hatte nach 18 Minuten schon zwei Gegentore kassiert, warf seiner Vordermannschaft vor: „Wenn wir das Niveau sinken lassen, verlieren wir automatisch.“ Vanoli pflichtete bei: „Es wird gefährlich, ständig Ohrfeigen zu kassieren – das müssen die Jungs endlich kapieren.“
Die tage der entschuldigungen sind gezählt
Am Donnerstag wartet schon LASK in der Conference League, Sonntag Derby gegen Empoli. Der Trainer kündigte Umstellungen an: „Wer nicht läuft, fliegt.“ Rugani wird wohl geschont, Kean muss auf Schmerzmittel verzichten, neuen Sturm will Vanoli nicht versprechen. „Wir haben keine Zeit mehr für Selbstgespräche.“
Die Fans buhten, die Spieler trotteten mit hängenden Köpfen in die Kabine. Vanoli blieb stehen, verlangte: „Jeder muckt seinen Kopf, bevor er den Platz verlässt.“ Die Aussage: Selbstkritik allein reicht nicht, der Countdown läuft. Wer bis Montag nicht liefert, sitzt auf der Bank – oder draußen.
