Van aert gewinnt paris-roubaix und schenkt tränen der familie goolaerts
Wout van Aert hat nicht nur einen monumentalen Sieg bei Paris-Roubaix errungen, sondern auch eine achtjährige Tragödie mit einem außergewöhnlichen Akt der Menschlichkeit beendet. Der belgische Radprofi widmete seinen Triumph dem verstorbenen Michael Goolaerts, der an genau diesem Rennen vor acht Jahren einen Herzinfarkt erlitt, und löste damit bei dessen Familie einen überwältigenden Moment der Erleichterung und des Abschieds aus.
Eine versprechen gehalten – acht jahre voller emotionen
Die Geschichte ist tiefgründig und berührend: Seit 2018, dem Jahr von Goolaerts’ Tod, trug van Aert ein stilles Versprechen mit sich – die „Königin der Klassiker“ zu gewinnen. Ein Versprechen, das von Rückschlägen und Niederlagen geprägt war, aber am Sonntag in einem der größten Momente seiner Karriere gipfelte. Der epische Schlusssprint gegen den fast unschlagbaren Tadej Pogacar, der mit einem Zeigefinger in den Himmel über dem Vélodrome André Pétrieux endete, war mehr als nur ein Sieg – es war ein symbolischer Akt des Gedenkens.
Staf Goolaerts, der Vater des verstorbenen Michael, sprach im belgischen Rundfunk über die bewegenden Momente: „Wir sind nicht abergläubisch, aber wir glauben, dass Michael heute mit Wout mitgefahren ist.“ Eine Aussage, die die tiefe Verbundenheit und den Respekt der Familie für van Aerts Engagement widerspiegelt.

Schmerz und hoffnung – eine familie findet trost
Die Familie Goolaerts hat seit dem tragischen Tod von Michael eine schwierige Beziehung zum professionellen Radsport. „Seit Michaels Tod schaue ich normalerweise keine Rennen mehr. Es tut zu sehr weh“, gestand Staf Goolaerts. Am Sonntag verfolgte er das Rennen ungewöhnlich über das Radio im Auto und erfuhr erst später von van Aerts Siegchancen. Die Tränen liefen ihm über die Wangen, als er das erste Interview von van Aert hörte.
Doch was folgte, war ein Akt der unvergesslichen Geste: Van Aerts Blumenstrauß, der seit Jahren für Michael bei Paris-Roubaix bestimmt war, befand sich bereits auf dem Weg zur Familie. „Sein Manager Jef Van den Bosch hat sie uns gerade vorbeigebracht“, sagte Marianne Goolaerts. „Ich sehe das als einen Sieg für unseren Michael. Wout hat mit dem Blumenstrauß sein Wort gehalten.“
Der Blumenstrauß, so Staf Goolaerts, wird einen besonderen Platz an Michaels Urne finden, die in Form eines Kopfsteinpflasters gestaltet ist.

Einzigartige verbundenheit – mehr als nur teamkollegen
Die Beziehung zwischen van Aert und der Familie Goolaerts ist von einer einzigartigen Wärme geprägt. „Er hat uns eigentlich nie losgelassen“, erklärte Marianne Goolaerts. „Nicht, dass er ständig Kontakt zu uns hätte. Aber Michael ist in seinem Herzen. Jeder aus dem damaligen Team hat noch einen besonderen Platz für ihn.“ Die Geste van Aerts, in einem so entscheidenden Moment an Michael zu denken, berührte auch Michaels Bruder Kristof zutiefst. „Dieser Fingerzeig in Richtung Michael hat uns sehr viel bedeutet.“
Van Aert selbst schickte der Familie regelmäßig Nachrichten, auch nach dem Sieg. Um 4:15 Uhr morgens erhielt Staf Goolaerts noch eine Nachricht von ihm, in der er gestand, nicht schlafen zu können. Die Geste des Visma-Stars, der trotz des immensen Erfolgs die Erinnerung an seinen verstorbenen Teamkollegen nicht vergaß, ist ein Zeugnis von außergewöhnlicher Menschlichkeit und Sportlichkeit.
