Valverde und tchouaméni liefern sich trainings-wahnsinn – madrids kader zerfleischt sich

Knochenhart, laut, unverblümt: Federico Valverde und Aurélien Tchouaméni rasten am Mittwoch auf Valdebebas aus, ihre Schlagabtausche sind nur die Szenerie für ein zerrissenes Real-Madrid-Dressingroom. Hinter den Kulissen brodelt ein Machtkampf, der seit Oktober den Klub lahmlegt – und der jetzt in offene Feindlichkeit umschlägt.

Der split beginnt mit xabi alonsos sturheit

Die Urschrift der Katastrophe trägt ein Gesicht mit Dreitagebart: Xabi Alonso. Der Coach setzte im Herbst auf marathonhafte Videoanalysen, verschärfte Taktik-Einheiten und wechselte Vinícius Júnior rotationsbedingt raus – ein Sakrileg für den brasilianischen Kapitan. Valverde, seine rechte Hand, stieg auf die Barrikaden. Bellingham und Camavinga schlossen sich an. Auf der Gegenseite positionierten sich Tchouaméni, Rüdiger und Militão, die Alonsos Präzisionskurs für nötig hielten. Die Kabine teilte sich in Lager, die Trainingsböden verstummten, als der Baskische Lehrer wutentbrannt „Ich dachte, ich käme in eine Erwachsenenmannschaft!“ brüllte.

Der Clásico im Oktober wurde zum Katalysator: Vinícius demonstrative Körpersprache, Valverdes verbale Attacken, ein Team, das auf dem Platz schon in zwei Blöcken stand. Alonso flog im Januar, Álvaro Arbeloa übernahm – und erbte eine Truppe voller Splittergranaten.

Arbeloa verpufft – die wunden bluten weiter

Arbeloa verpufft – die wunden bluten weiter

Eine Versöhnungs-Pizza, ein paar Siege, dann wieder Niederlagen: Die Fassade bröckelte. Die Anti-Alonso-Fraktion wirft Arbeloa vor, „die Revolution“ zu verwässern; die Pro-Xabi-Gruppe sieht die Verräter, die einen neuen Spielstil mit Füßen treten. Mbappés drohender Sommer-Transfer schürt zusätzlich Neid: Französische Spieler wittern Sabotage gegen Tchouaméni, der als Kylian-Lobbyist gilt. Sechs Profis sollen mit Arbeloa kaum noch ein Wort wechseln.

Die Eskalation erreichte am Donnerstag den Gipfel: Zweite Runde Valverde gegen Tchouaméni – Faustschläge, rissige Lippen, Trainingsunterbrechung. Das Klub-Management leitete ein Disziplinarverfahren ein. Offiziell: „Verhalten, das Real Madrids Werte beschädigt.“ Intern: Eine Kabine, die sich selbst zerfleischt.

Florentino Pérez sitzt auf einem Pulverfass. Die Kapitänsfrage ist offen: Vinícius und Valverde gelten als ungeeignete Friedensstifter, Dani Carvajal ist mental erschöpft, Thibaut Courtois rangiert nur viertürlich. Die nächste Trainer-Lösung muss nicht nur Fußball spielen, sondern Bruchstellen kitten – sonst wird das kollektive Training bald zum Boxring.

Real Madrid spielt noch um Titel, doch der wahre Gegner sitzt im eigenen Umkleidebereich. Und der macht keinerlei Anstalten, das Spielfeld zu verlassen.