Us open: clark kritisiert spärliche zuschauer – ist das golf auf dem rückzug?

Shinnecock Hills – Die letzten Spieltage des US Open sind zu Ende gegangen, doch der Ärger über die Zuschauerresonanz hält an. Wyndham Clark, nach einer starken Vorstellung führender Golfer, äußerte seine Enttäuschung über die spärliche Unterstützung während der finalen Runden. Ein herber Schlag für ein Major-Turnier.

Ein major ohne stimmung? clark äußert seinen unmut

Die Bilder sprachen eine deutliche Sprache: Bei den entscheidenden Löchern am Samstag waren die Tribünen weitgehend leer. Clark, ebenso wie Matt Fitzpatrick, Xander Schauffele und Collin Morikawa, spielten vor einer Kulisse, die kaum einem US Open würdig war. Dass Topstars wie McIlroy oder Scheffler bereits früher ausgeschieden waren, ändert nichts an der Tatsache, dass die USGA scheinbar kein Gefühl für die Zuschauerbindung hatte. „Es war wirklich schade, dass wir im Dunkeln fertig geworden sind und kaum Zuschauer da waren. Es gab wichtige Momente, und die fehlende Begeisterung war spürbar“, klagte Clark nach seiner Runde, die ihm mit einer 70er-Par-Serie einen komfortablen Vorsprung für den finalen Tag verschaffte.

Er wünschte sich eine volle Zuschauerkulisse am Sonntag, betonte aber, dass er sich trotz allem auf den Moment konzentrieren konnte. „Es ist einfach eine Schande, dass nicht alle da sein konnten“, fügte er hinzu. Der Kommentar löste eine Welle der Kritik in den sozialen Medien aus, obwohl Clark lediglich auf eine offensichtliche Situation hingewiesen hatte.

Wo ist der reiz? gründe für die schwache resonanz

Wo ist der reiz? gründe für die schwache resonanz

Die niedrige Zuschauerzahl ist kein Einzelfall, sondern ein wachsendes Problem. Die Lage in Shinnecock, weitab vom pulsierenden New York, in der exklusiven Gegend der Hamptons, trägt ihren Teil bei. Die zweistündige Fahrt von der Stadt, selbst ohne Stau, schreckt viele ab. Aber es gibt weitere Faktoren. Der Fußball-Weltmeister hat zweifellos einen Teil der Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Auch die Feierlichkeiten der New York Knicks nach ihrem Gewinn der NBA-Finals dürften einige potenzielle Zuschauer ferngehalten haben.

Doch es gibt noch einen weiteren Aspekt: Die Schwierigkeit des Platzes. Ein anspruchsvolles US Open, auf dem die Stars mehr leiden als brillieren, ist für viele Zuschauer weniger unterhaltsam als ein Turnier voller Birdies und spektakulärer Spielzüge. Die USGA scheint hier eine Gratwanderung zu betreiben – zwischen Tradition und Publikumsfreundlichkeit.

Die Ryder Cup im vergangenen Jahr in Bethpage, einem Stadionplatz in unmittelbarer Nähe zu Shinnecock, demonstrierte eindrucksvoll, welches Potenzial ein solches Event besitzt. Eine Ryder Cup ist ein Spektakel, das die Fans anzieht. Ein US Open sollte jedoch nicht mit einem regulären Turnier auf Augenhöhe verglichen werden. Die reservierten Bereiche am 18. Loch waren oft weitgehend leer, was die Situation weiter verschärfte.

Die Kombination aus abgelegener Lage und späten Startzeiten, die jeden Tag zu Dunkelheit führten, hat das Publikum entmutigt. Hier hätte die USGA durch eine halbstündige Verschiebung der Startzeiten am Samstag Abhilfe schaffen können. Die Fragen nach der Organisation und der Attraktivität des Turniers bleiben bestehen. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die Faszination für das US Open scheint zu schwinden.

Die spärliche Zuschauerresonanz ist ein Weckruf für die USGA. Es gilt, die Ursachen zu analysieren und Maßnahmen zu ergreifen, um das Turnier wieder für ein breiteres Publikum zugänglich und attraktiv zu machen. Sonst droht dem US Open ein langfristiger Imageschaden.