Iran hält belgien die zähne: remis trotz überzahl!
Kalifornien bebte – zumindest kurzzeitig. Iran und Belgien trennten sich bei der WM in einem Remis, das mehr Fragen aufwirft als es beantwortet. Während die Iraner trotz widriger Umstände und einer ausgepfiffenen Hymne Moral bewiesen, deuteten die Belgier erneut an, dass ihre "Goldene Generation" langsam Rost ansetzt.
Die alten teufel wirken müde
Die Belgier, mit einer Aufstellung, deren Durchschnittsalter von 32,52 Jahren die WM-Geschichte neu schreibt, wirkten von Beginn an gehemmt. Kevin De Bruyne, der nominelle Kapitän, fand selten Anklang in den Reihen seiner Mitspieler. Romelu Lukaku, nach seiner Joker-Rolle gegen Ägypten in die Startelf zurückgekehrt, blieb blass und konnte seine Stärke kaum einbringen. Die erhoffte Initialzündung blieb aus, und die "Roten Teufel" stehen nun vor dem Gruppentod.
Doch die Iraner, die erst Stunden vor dem Spiel aufgrund von Reisebeschränkungen eintrafen und sichtlich unter der mangelnden Vorbereitung litten, zeigten Kampfgeist. Trainer Ali Ghalenoei scharfer Kritik an den Umständen zum Trotz, schaffte es sein Team, den belgischen Angriff immer wieder zu entschärfen. Ein vermeintlicher Treffer von Mehdi Taremi sorgte für kurzzeitige Hochspannung, wurde aber aufgrund einer knappen Abseitsposition von VAR zurückgenommen. Die Notbremse von Nathan Ngoy in der 66. Minute brachte dem Iran eine zahlenmäßige Überlegenheit, die sie jedoch nicht konsequent nutzen konnten.

Ein punkt, der hoffnung gibt
Die Iraner, deren Hymne vor dem Spiel von tausenden exiliranischen Fans ausgepfiffen wurde, demonstrierten einmal mehr ihren unbändigen Willen. Die Reiserestriktionen und die späte Ankunft am Spielort mögen eine Erklärung für die verpassten Chancen sein, doch sie dürfen nicht als Ausrede dienen. Die Leistung gegen Belgien, ein Remis gegen einen vermeintlichen Favoriten, gibt dem Team Melli Hoffnung auf den Einzug in die K.o.-Runde.
Belgien hingegen muss sich fragen, wie es weitergehen soll. Vier Jahre nach dem enttäuschenden Vorrunden-Aus in Katar steht der WM-Dritte von 2018 nun vor einer echten Zerreißprobe im letzten Gruppenspiel gegen Neuseeland. Die Luft wird dünner, und die "Roten Teufel“ müssen sich jetzt beweisen, wenn sie ihre WM-Träume nicht schon früh begraben wollen. Die Leistung heute deutet an: Die Ära der belgischen Stars könnte langsam zu Ende gehen.
