Löwen jagen aue: kauczinski will vierten sieg trotz personalchaos
Die Münchner Löwen toben durch den Januar. Drei Siege in Folge, Tabellenplatz acht – und am Dienstag (19 Uhr, Grünwalder Stadion) winkt gegen das verletzte Erzgebirge der nächste Schlag. Doch Markus Kauczinski schlägt die Faust in die Hand: „Wer denkt, Aue sei ein Freilos, fliegt auf die Schnauze.“

Aue stolpert, giesing lacht? von wegen.
Die Zahlen sprechen für die Löwen, aber Zahlen lügen in der dritten Liga gerne. Aue hat 2024 noch kein Spiel gewonnen – fünf Punkte trennen die Sachsen vom rettenden Ufer. Doch genau das macht sie gefährlich, sagt Kauczinski: „Sie haben nichts mehr zu verlieren. Das entspannt.“
Der Coach kocht seine Mannschaft klein. Nach dem 2:1 in Hoffenheim schimpfte er über „zu viele offene Räume“ und „fehlende Aggressivität“. Die Löwen seien „eingeschlafen“, sagt er, und das sei „ein Geschenk an den Gegner“ gewesen. Selbst drei Siege nützen nichts, wenn die Basics fehlen.
Das Personalproblem verschärft die Lage. Max Christiansen, Kilian Jakob, Tunay Deniz fehlen langfristig, Sean Dulic und Samuel Althaus stehen erst am Rande der Gruppe. Dazu sitzen Philipp Maier und David Philipp wegen Gelb-Sperre in der Kabine. Sechs Ausfälle – in einer englischen Woche ein Kraftakt.
Kauczinski nimmt’s mit Humor: „Je weniger Leute zur Verfügung stehen, desto weniger muss ich mir Gedanken machen.“ Die Rotation wird zur Notlösung, aber auch zur Chance. „Jetzt können andere zeigen, was sie draufhaben“, sagt er und meint die Nachwuchskräfte wie Luca Denk oder Marcel Bähr, die sich in den Trainingseinheiten heißgelaufen haben.
Die Löwen liegen sieben Punkte hinter Rang zwei, fünf hinter Duisburg auf Platz drei. Die Aufstiegsrechnung ist simpel: Wer in Aue nicht gewinnt, darf die Rechnung hinten anstellen. Kauczinski wettert: „Eine Mannschaft, die glaubt, überheblich zu sein, gehört nicht nach vorne.“
Der Gegner mag taumeln, aber das Grünwalder Stadion kennt genug Nächte, in denen der Underdog zubeißt. Aue hat mit Tom Baack und Mirnes Pepić zwei Individualisten, die bei Standards immer noch zubeißen können. Und die Löwen? Sie müssen beweisen, dass der Januar kein Strohfeuer war.
90 Minuten trennen die Giesinger vom vierten Sieg im vierten Spiel. Die Kurve wird brüllen, die Trommeln werden drohnen. Aber am Ende zählt nur, wer den Ball im Netz hat – und wer die Basics auf dem Platz. Kauczinski hat gesprochen. Jetzt müssen seine Löwen jagen.
