Dreesen feiert neuer, mahnt kompany: „wir haben mbappé, aber auch unseren 40er“
Madrid – 23:47 Uhr Ortszeit, Hotel Four Seasons. Jan-Christian Dreesen stemmt das Mikro, und die Champagnergläser verstummen. „Extra-Applaus für die Mannschaft!“ Der Vorstandsboss lässt drei Sekunden Stille, bevor er nachlegt: „Und für unseren 40er, unseren X-Faktor: Manuel Neuer.“
Neuer spielt wie 2014 – nur mit grauen schläfen
Der Kapitän hatte Vinicius am Strafraumrand ausgefoxt, Mbappé mit den Fingerspitzen umgewunken und danach gefrotzelt: „Schade, dass’s nur 2:1 wurde.“ Dreesen zitiert den Keeper vor 200 Bankettgästen und lacht schon beim Nachsprechen. „Außerordentlich“, nennt er die Leistung, „und das bei aller Bescheidenheit haben wir eben auch: Weltklasse.“
Die Worte sind kein Loblied, sondern eine Kampfansage an Madrid. Mbappé und Vinicius? Klar, die drehen Spiele. Aber Bayern habe „ebenfalls Qualität, nur etwas älter und mit Handschuhen“, spielt Dreesen auf Neuers 40. Geburtstag im März an.

Kompany bremst, dreesen trinkt trotzdem
Vincent Kompany hatte unmittelbar nach Abpfiff zur Besonnenheit geraten. Dreesen nimmt’s auf, bestätigt die Linie – und ignoriert sie im nächsten Atemzug. „Vincent, du hast recht, erst 90 Minuten gespielt. Aber heute Nacht darf gefeiert werden, sonst bringt’s kein Erfolgserlebnis mehr.“ Die Halle lacht, selbst die spanischen Kellner grinsen.
Der Vorstandsboss zieht seine Bilanz: 2:1 im Bernabéu, erste Auswärtsniederlage Madrids in dieser Königsklassen-Saison, dazu die erste deutsche Mannschaft, die in Madrid zweimal in Folge trifft. „Wir haben nicht nur geparkt, wir haben dominiert“, sagt er und wischt ab: „Ja, sie kamen nochmal, aber Manuel war da. Dafür ist er schließlich da.“
Am Mittwoch in acht Tagen steht das Rückspiel an. Dreesen verlässt den Saal mit einem letzten Satz, der nicht in die Mikrofone fällt, aber alle mitkriegen: „Wenn wir dort 0:0 spielen, sind wir obenauf. Und wenn wir treffen, müssen sie vier machen. Good luck, Kylian.“
