Wolfsburg verpasst den knall – heckings rückkehr endet mit verspielter führung

Dieter Hecking wollte den Befreiungsschlag, doch am Ende stand der VfL Wolfsburg wieder mit leeren Händen da. Der neue alte Trainer feierte ein 1:1 bei der TSG Hoffenheim, doch der späte Ausgleich von Grischa Prömel in der 83. Minute fühlte sich an wie eine Niederlage. Die Wölfe bleiben auf dem vorletzten Platz, drei Punkte trennen sie vom Relegationsrang – und die Serie von neun Spielen ohne Sieg reißt weiter.

Koulierakis trifft, hoffenheim antwortet mit dem schlusspfiff

Konstantinos Koulierakis schien das Spiel mit einem Kopfball nach Ecke zu entscheiden, doch Hoffenheim ließ nicht nach. Die Kraichgauer drängten, Wolfsburg wich zurück – und wurde bestraft. Prömel nutzte ein Durcheinander in der Wolfsburger Abwehr, um den Ball zum 1:1 Endstand über die Linie zu drücken. Ein Punkt, der für Hoffenheim reicht, um den Anschluss an die Champions-League-Plätze zu halten, für Wolfsburg aber wie ein Tropfen auf den heißen Stein wirkt.

Die Zahlen sind hart: Wolfsburg hat seit 17. Januar kein Bundesligaspiel mehr gewonnen. Die Mannschaft wirkt ideenlos, der Glaube ist angeknackst. Hecking, der zwischen 2013 und 2016 mit dem VfL Pokal und Supercup gewann, stand an der Seitenlinie mit verschränkten Armen – ein Bild der Hilflosigkeit. Seine Spieler wirkten wie gelähmt, selbst als sie in Führung lagen.

Heckings rückkehr: die realität des abstiegskampfes

Heckings rückkehr: die realität des abstiegskampfes

Die Rückkehr von Hecking war als Kraftakt gedacht, doch die Realität sah anders aus. Hoffenheim dominierte die erste Hälfte, ließ drei Kopfballchancen durch Ozan Kabak aus (6., 9., 17.), während Wolfsburg kaum Entlastung fand. Erst nach der Pause, nach dem Tor, schienen die Wölfe kurz aufzuwachen – um dann doch wieder zu kollapse. „Rückhalt muss man sich verdienen!“, hatten die eigenen Fans vorab auf ein Banner geschrieben. Die Mannschaft antwortete mit einem Auftritt, der eher Verzweiflung als Hoffnung schürte.

Für Hecking ist dies nur der Anfang eines Mammutprojekts. Der 61-Jährige muss eine Mannschaft wieder aufrichten, die sich selbst nicht mehr versteht. Die Tabelle lügt nicht: Wolfsburg steht mit 20 Punkten aus 25 Spielen da, das Torverhältnis ist negativ, die Moral auf dem Tiefpunkt. Die nächsten Wochen werden entscheiden, ob der VfL noch die Kurve kriegt – oder erstmals seit 1997 wieder in die 2. Bundesliga muss.