Scherzi a parte: vip in falle – letzte folge liefert rekord-prank

Um 21.20 Uhr schlägt Canale 5 heute die letzte Stunde der italienischen Größen. Sal Da Vinci, Simona Ventura, Elisa Di Francisca und vier weitere Promis laufen in die finale Falle von Scherzi a Parte. Keine Show, keine Promo – reine Rache des Senders an seinen eigenen Stars.

Max giusti bereitet den gnadenstoß

Der Moderator lacht nicht mit, er lacht zuletzt. Nach 13 Wochen versteckter Kameras, falschen Polizisten und künstlichen Erpressungen sammelt Giusti heute die emotionalen Trümmer im Studio. Die Opferliste liest sich wie das Who-is-Who des italienischen Showbusiness: Sanremo-Gewinner Da Vinci muss seine Angst vor angeblicher Steuerfahndung wieder schlucken, Fecht-Olympiasiegerin Di Francisca erinnert sich an den Moment, als man ihr eine Doping-Razzia vorlog. „Ich habe fast meine Klinge gezückt“, sagte sie vor zwei Tagen beim Training in Rom. Das ZDF kauft die Rechte, die ARD schaut neidisch – so bitter lacht Europa mit.

Dahinter steckt ein kalkuliertes Comeback. 2023 galt Scherzi a Parte noch als Kult von gestern. Dann kam die Regie-Entscheidung, auch Normalo-Familien zu pranken. Die Quote schnellte von 9 auf 18 Prozent, Mediaset-Infinity verzeichnete 4,3 Millionen Streams innerhalb von 24 Stunden. Die Werbeabteilung rechnet für die heutige Sendung mit 24 Millionen Euro Spots – ein neuer Rekord für den privat-kommunalen Ableger.

Warum die stars freiwillig mitmachen

Warum die stars freiwillig mitmachen

Kein Gage-Check, keine PR-Pflicht – nur ein Vertragsparagraph. Wer bei Mediaset arbeitet, unterschreibt seit 2025 die Klausel „Eventuelle Teilnahme an verdeckten Comedy-Formaten“. Simona Ventura lacht im Vorab-Interview: „Ich wusste, dass sie kommen. Ich wollte nur wissen, wann.“ Ihr Irrtum: Die Redaktion plante zwei Anläufe. Der erste scheiterte, weil Ventura den falschen Blitzer erkannte. Drei Wochen später klappte die Inszenierung mit einem Stau auf der A1 – und einer vermeintlichen Notlandung eines Hubschraubers.

Auch für Rosa Chemical wird es eng. Der Rapper sollte einen angeblichen Live-Auftritt im Radio absolvieren, stattdessen landete er in einem leeren Lager, umgeben von vermeintlichen Anti-Terror-Einheiten. Seine Reaktion: Instagram-Story, 2,1 Millionen Views, #FreeRosa Trending-Topic innerhalb von 17 Minuten. Die Marketing-Abteilung von Sony Music mailte noch in derselben Nacht ein Dankeschön an Mediaset – kostenlose Promotion, geschätzter Gegenwert: 600.000 Euro.

Das ende ist nur der anfang

Das ende ist nur der anfang

Roberto Cenci, der Kopf hinter den Kameras, kündigt bereits die nächste Staffel an. Dreharbeiten starten im Mai, neue Locations: Fußballstadien und Filmfestivals. „Wir wollen die großen Namen dort erwischen, wo sie sich am sichersten fühlen“, sagt er. Die einzige Ausnahme: Formel-1-Piloten. Die TV-Rechte hat Sky Italia gesichert. Für die Rest-Prominenz bleibt also nur eins – ständig die eigene Paranoia checken.

21.20 Uhr, Canale 5. Wer heute abschaltet, verpasst nicht nur ein paar Lacher. Er verpasst die Geburtsstunde eines neuen Prank-Kapitals, in dem die Jäger und die Gejagten dasselbe Konto besitzen: Quote, Klicks, Cash. Schluss mit dem Mythos, dass nur der Zuschauer am Ende lacht. Heute lachen die Kalkulationstabellen am lautesten.