Reginaldo: vom triumpf in siena zur randfigur – ein fußball-drama
Napoli – Die Fußballwelt kennt ihn als „Regi“, den brasilianischen Stürmer mit dem unbändigen Willen und der außergewöhnlichen Technik. Doch hinter dem glitzernden Schein der Karriere verbirgt sich eine Geschichte voller Höhen und Tiefen, voller Ehrfurcht vor Fußballlegenden und bitterer Enttäuschung. Reginaldo Ferreira da Silva, der mit 43 Jahren immer noch dem Leder hinterherjagt, blickt zurück – und enthüllt Details, die Conte-Fans schockieren könnten.
Die ronaldo-verehrung und der mourinho-moment
„Ich bin mit den Videokassetten von Ronaldo aufgewachsen“, gesteht Reginaldo mit leuchtenden Augen. Eine Aussage, die mehr als nur Fan-Hass zeigt. Für einen brasilianischen Jungen, der davon träumt, Fußballprofi zu werden, ist die Nachahmung der Größten der erste Schritt. Er besuchte als Kind Rio de Janeiro nur, um die Trainings des „Phänomens“ zu beobachten. Doch der Traum wurde zur Realität, als er mit nur 16 Jahren nach Italien kam und die Sportseiten und Titelseiten eroberte. Ein Moment, der ihm besonders in Erinnerung geblieben ist: Die Partie gegen die Inter im San Siro, in der er zwei Vorlagen lieferte. „Maicon sagte mir, Mourinho würde mich seit drei Monaten beobachten, und ich solle mich weiterhin so präsentieren“, erinnert sich Reginaldo. Ein Kompliment, das ihn demütig machte, aber seinen Spielstil nicht veränderte.

Capellos perfektionismus und contes drill
Auch unter dem Strich des Perfektionisten Giovanni Capello spielte Reginaldo eine Rolle. Ein kurzes Intermezzo in Polen mit der brasilianischen Nationalmannschaft offenbarte Capellos unerbittlichen Drill: „Ronaldinho ist nicht zum Training erschienen, und Capello explodierte. Er sagte, Ronaldinho könne nicht spielen. Als die Kameras kamen, schickte er alle aus dem Umkleideraum, selbst bei einem freundschaftlichen Spiel! Was mich am meisten beeindruckte, war seine Taktiktafel. Dort stand nicht die Aufstellung, sondern nur: ‚Ich mag es nicht zu verlieren‘.“ Eine Mentalität, die an einen gewissen Antonio Conte erinnert.

Conte und reginaldo: eine komplizierte beziehung
„Conte verbessert dich körperlich enorm“, schwärmt Reginaldo. „Du machst 90 Minuten ohne sie zu spüren, wenn du dich nicht verletzt. Ich habe mit 43 Jahren immer noch die Mentalität, jeden Tag auf den Platz zu gehen, egal ob erste oder zweite Liga. Conte hat uns das eingepflanzt.“ Doch die Beziehung war nicht immer einfach. Die Geschichte vom Rauswurf aus dem Kader in Siena ist legendär: „Ich kam genau an dem Tag von meinen Ferien zurück, den Conte festgelegt hatte. Nach 22 Stunden Flugzeit mit Zwischenstopps machte er mich zu einem intensiven Aerobic-Training. Ich sagte, ich könne nicht mehr, und er antwortete, es fehlten noch drei Blöcke. Ich sagte, ich dehne mich, und er sagte, ich solle meinen Berater anrufen und gehen. Da platzte mir der Kragen!“

Die rolle des trainers: mehr als nur taktik
Conte hat sich im Laufe der Zeit verändert, merkt Reginaldo an. „Nach Siena ging er zu Juventus und gewann, dann zu Chelsea. Er musste sich anpassen. Ein Trainer muss Entscheidungen treffen, De Bruyne auf die Bank setzen und McTominay spielen lassen. Der Trainer zahlt immer, weil er nicht jeden zufriedenstellen kann.“ Und was hält er von Contes jüngsten Äußerungen? „Jeder Kommentar von Conte hat einen Zweck. Ich bin überzeugt, dass auch die Aussagen nach dem Milan-Spiel – ‚Wenn ich Präsident wäre, würde ich mich selbst wählen‘ – bewusst gesetzt waren, um die Aufmerksamkeit von Napoli abzulenken.“

Lukakus fehltritt und die zukunft von napoli
Auch der Fall Lukaku wird angesprochen: „Lukaku hätte Conte einfach anrufen und sagen sollen, er bleibe in Belgien. Ich bin sicher, Conte hätte zugestimmt. Stattdessen hat er Stellini und den Verein in Verlegenheit gebracht.“ Was Napoli fehlt? „In Italien fehlt generell Qualität. Die Serie A von früher war eine andere Geschichte. Als ich bei Parma spielte, hatten wir eine schwächere Mannschaft. Bei Napoli fehlten die Spieler, die Conte haben wollte, die Qualität war nicht konstant.“ Ob Conte auch nächste Saison an der Seitenlinie stehen wird? „Ich glaube, er wird bleiben, weil die Champions-League-Qualifikation ihm die Möglichkeit gibt, das europäische Tabu zu brechen. Die Nationalmannschaft kommt für ihn jetzt nicht in Frage.“
Reginaldos Geschichte ist mehr als nur die eines Fußballers. Sie ist ein Spiegelbild der Fußballwelt, voller Leidenschaft, Ehrgeiz und unerwarteter Wendungen. Ein Leben zwischen Träumen und Realität, zwischen Verehrung und Enttäuschung – immer geprägt von dem unbändigen Willen, das Spiel zu lieben.
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