Le libere donne: rai 1 jagt heute die letzten bilder, doch alle folgen schon jetzt auf raiplay

Rai 1 gibt heute Abend um 21.40 Uhr den Anstoß für das Finale von „Le Libere donne“, doch wer nicht bis zur letzten Sekunde zittern will, findet alle sechs Folgen schon jetzt als komplette Box auf RaiPlay. Die Serie, ein dunkelroter Schleier über der Toskana des Jahres 1943, erzählt vom Preis, den Frauen zahlen, wenn Männer ihre Ängste in weiße Kittel kleiden.

Mario tobino und das asyl, das kein schutz war

Lino Guanciale spielt den Arzt, der in Lucca und Viareggio zwischen Seelen und Macht trabt. Sein Tobino ist kein Heiliger, nur ein Mann, der merkt, dass die Wände, die Frauen einsperren, auch ihn einmal einmauern werden. Co-Regisseur Michele Soavi verlegt Tobinos Roman in ein Klinikum, das mehr Kerker als Kurhaus ist: Ehefrauen, die fliehen wollten, landen nackt auf dem Marktplatz und anschließend hinter Gittern. Die Kamera riecht nach Desinfektion und Angst.

Die letzte Fernsehpause folgt einem Rhythmus, der Zuschauer in die Zange nimmt. In Folge fünf schart Partisanenhelferin Paola (Gaia Messerklinger) ein Maskenball-Komitee, um die versteckte Jüdin Marta mit Lebensmitteln zu versorgen. Margherita Lenzi (Grace Kicaj) spürt die Nähe zwischen Paola und Tobino, und ihre Eifersucht wirkt wie ein Schalter, der eine Patientin in den Suizid stürzt. Gleichzeitig liest Paola in Marios Tagebuch und findet die Zeile, die alles erklärt: Er liebt Margherita. Die Szene ist kaum drei Minuten lang, aber sie lässt das Krankenhaus erbeben.

Schweigen kostet leben – der nazifeldzug erreicht die station

Schweigen kostet leben – der nazifeldzug erreicht die station

Ex-Pfleger Beppe, nun in schwarzer Uniform, poltert durch die Flure und kündigt an, was jeder ahnt: Irgendwo in den Akten schlummert ein Stern. Oberst Sommer fordert Direktor Roncoroni (Paolo Giovannucci) die „versteckte Jüdin“ aus. Die Kamera zoomt auf ein Tablett mit leeren Morphinampullen – das ist keine Drohung mehr, das ist Faktur. Wer bislang dachte, Psychiatrie sei ein Nebenschauplatz, lernt, dass hier der Krieg beginnt, wo kein Schuss fällt.

Für Tobino bleibt nur die Frage: Rettet er eine Frau und riskiert die gesamte Anstalt, oder rettet er das System und verliert seine Seele? Die Antwort liefert Rai 1 heute Nacht, wer sie sofort braucht, klickt auf RaiPlay. Dort wartet ein Komplettpaket, das keine Werbeunterbrechung gönnt – sechs Folgen, sechs Mal Aufprall, keine Atempause.

Endemol Shine Italy und Rai Fiction haben 4,2 Millionen Euro in die Verfilmung gesteckt, die Quoten liegen bei 8,3 % Marktanteil in der Zielgruppe. Kleine Zahl, großer Nachhall. Denn wer „Le Libere donne“ gesehen hat, wird künftig jedes Mal aufhorchen, wenn in den Nachrichten von „geschlossenen Abteilungen“ die Rede ist. Die Serie endet, die Geschichte nicht.