Kadile demoliert gc: 0:4 nach 18 minuten – der horror in genf

18 Minuten. Mehr brauchte Servette, um Grasshopper Club Zürich in Genf zu zerfetzen. 0:4 stand es auf dem Scoreboard, als die Uhr erst knapp ein Fünftel der Spielzeit angezeigt hatte. Der Schock sitzt tief in der Kabine der Zürcher, die sich nach diesem Debakel fragen müssen, wie viele Trümmer noch folgen.

Junior kadile liefert den knockout

Der 23-jährige Franzose Junior Kadile, erst im Winter von Le Mans gekommen, schlug ein wie eine Bombe. Minute 8: erste GC-Panne, Kadile trifft. Minute 10: erneutes Zürcher blackout, Kadile trifft wieder. Zwei Schüsse, zwei Treffer – das Stadion explodierte, GC implodierte. Seine Geschwindigkeit und seine Kühlheit verwandelten die linksabwehr der Gäste in ein Schweizer Käse: lückenhaft, durchlässig, hilflos.

Doch der Albtraum ging weiter. In der 11. Minute nutzte Boris Popovic einen schlampigen Rückpass von Souleymane Diaby, umkurv Keeper Ramon Blum und schob zum 3:0 ein. Die GC-Defensive wirkte wie gelähmt, die Mittelfeldzentrale völlig entzaubert. Trainer Uli Forte kaute auf seiner Unterlippe, während seine Bank in Stille versank.

Der vierte Streich folgte prompt. Kadile bediente Florian Aye mustergültig, der Franzose schob aus fünf Metern ein – 4:0, die Genfer Fans sangen bereits „Olé!“ auf jede weitere Ballberührung. GC-Kapitän Miro Muheim starrte nur nach vorne, als suche er ein Loch, in das man sich vergraben kann.

Die zahlen, die glühen

Die zahlen, die glühen

4 Tore in 18 Minuten – so schnell führte noch kein Super-League-Team in dieser Saison. Servettes xG nach knapp einem Fünftel Spielzeit: 2,11. Effektiv verwandelt: 4,0. Effizienz pur. GC kassierte im selben Zeitraum vier Schüsse innerhalb des Strafraums, alle landeten im Netz. Die Passgenauigkeit der Zürcher brach auf 67 % ein, während Servette 87 % traf. Die Statistik lügt nicht: da stand ein Team auf dem Platz, das seine Hausaufgaben gemacht hat – und eines, das sie vergessen hatte.

Für GC ist das 0:4 nach 18 Minuten mehr als ein Ausrutscher. Es ist ein Symptomschub. Die letzten fünf Ligaspiele brachten nur einen Punkt, das Mittelfeld wirkt ideenlos, die Abwehr wie aus Pappmaché. Die Fans forderten bereits während des Spiels den Rücktritt des Sportchefs. Servette dagegen klettert auf Rang drei und festigt seine Europa-Cup-Chancen. Trainer René Weiler sprach nach Abpfiff von „dem besten Start, den ich je erlebt habe“, und lächelte wie ein Schachspieler, der den König schon nach vier Zügen mattgesetzt hat.

Die Saison ist noch lang, aber für GC könnte sie an diesem February-Abend in Genf schon kurz vor Mitternacht enden. Die Frage ist nicht mehr, ob sie die Playoffs erreichen, sondern ob sie die Kurve kriegen, bevor sie sich komplett verlieren. Nächste Woche wartet St. Gallen. Die Uhr tickt.