Gündogan räumt mit sané-mythos auf: warum der superstar trotz wm-titel ständig in der defensive steht

Leroy Sané trägt endlich das Trikot des Weltmeisters – und dennoch wird er nach dem 7:1 gegen Curacao als Sündenbock ausgemacht. Das Signal ist laut: Ein Turniersieg schützt nicht vor Shitstorms. Dabei packt nun Ilkay Gündogan aus, warum Sané in Wahrheit das Opfer eines Teufelskreises ist.

Der freund, der nebenan wohnt und mitliest

Gündogan kennt Sané nicht nur vom Training, sondern vom gemeinsamen Kaffeekränzchen im Istanbuler Villenviertel. „Ich sehe jeden Tag, wie er innerlich kocht, wenn Twitter wieder loslegt“, schreibt er im Spiegel. Die Zahlen sprechen für sich: Drei Ballverluste gegen Curacao, null Tore, null Vorlagen – reicht, dass #SanéOut wieder trendet.

Der ehemalige DFB-Kapitän erklärt, was die meisten Analysten übersehen: Sané spielt mit Handbremse. „Er hat diesen unglaublichen Drive, aber sobald er denkt ‚jetzt lache ich mal laut im Training‘, prasselt schon die Meinung ‚Respektlos!‘ herein.“

Wenn die angst vor dem ersten fehler das spiel zerstört

Wenn die angst vor dem ersten fehler das spiel zerstört

Gündogan beschreibt ein Paradox: Je mehr der Außenstürmer riskiert, desto größer sein Potenzial – aber auch die Wahrscheinlichkeit, als Nächster in der Cancel-Culture-Rotation zu landen. „Wenn du weißt, dass 50 Millionen Zuschauer nur auf deinen ersten Fehler warten, verkrampft der Oberschenkel, nicht nur die Seele.“

Der Mittelfeldstratege enthüllt, dass Sané nach einem missglückten Dribbling „fünf Minuten braucht, um wieder im Rhythmus zu sein“. Emotionen als Schwäche? Gündogan kontert: „Messi weint auch, nur dass ihm niemand auf die Schulter klopft und sagt ‚schwacher Typ‘.“

Galatasaray als therapiezimmer

Galatasaray als therapiezimmer

In Istanbul hat Sané laut Gündogan endlich „eine Insel der Normalität“ gefunden. Keine Boulevardzeitung rechnet jeden Fehlpass in Euro um. Trotzdem bleibt die Frage: Reicht das, um einen Spieler zu retten, der in der Bundesliga schon als Kind gelernt hat, dass seine Schnelligkeit nie ausreicht, wenn die Stimmung kippt?

Gündogan fordert nicht Pauschalverständnis – er will nüchternes Hinschauen. „Leroy braucht Freiraum für Fehler, nicht für Faulheit.“ Die bittere Pointe: Genau diesen Spielraum verweigern ihm gerade jene, die lauthals nach Leidenschaft schreien.

Die WM ist vorbei, die Medienmaschine läuft weiter. Sané wird am Samstag wieder ranmüssen – und Gündogan wird wieder danebenstehen, bereit, die nächste Welle abzuwehren. Denn Freundschaft hört nicht auf, wenn der Sturm beginnt.