Gf-vip-rotiert: erste liebe, erste intrige, erster rauswurf – quoten steigen wieder

Milano – Ilary Blasi hatte kaum „Live“ gesagt, da knallte es schon. Ein Kuss, ein Verrat, ein Tränenbad. Und am Ende ein Name, der keiner mehr im Haus hören wollte: Giucas Casella muss gehen – 42,1 Prozent der Anrufer halfen dem Zauberer ab, seine eigene Show zu verlassen.

Die dritte Gala von Grande Fratello Vip lieferte genau das, was die ersten beiden Folgen vermissen ließen: Tempo, Erotik und echte Wunden. 3,8 Millionen Zuschauer (24,7 % Marktanteil) schalteten ein, ein Plus von 600.000 gegenüber der Vorwoche. Endlich sprudeln wieder die Memes, endlich zittert das Werbegeld.

Quadrilatero sull’orlo del baratro

Francesca Cipriani, Manila Nazzaro, Marco Belli, Barù – das Konstrukt aus Lust und Taktik wankt. Wer genau wen wann wohin küsste, dürfte selbst den Protagonisten entfallen sein. Fakt: Manila erwischte Marco dabei, wie er Francesca im Garten „Nachtwache“ schob. Ihre Reaktion war ein monatelanger Vorabend für jeden Beziehungstherapeuten: „Ich hab dich gewählt, du wählst sie.“

Der Vorwurf ließ Marco stottern, Barù lachte sich ins Fäustchen – er hatte die Intrige lanciert, indem er Manila ein angeblich belastendes Handyvideo schickte. Strategie nennt das der Publikumsliebling, Verrat nennen es die Geschädigten.

Pillola-gate und die frage der ehre

Pillola-gate und die frage der ehre

Dass im Koffer von Patrizia Pellegrino ein Bündel Medikamente auftauchte, war den Machern offenbar nicht dramatisch genug. Also wurde daraus eine moralische Debatte über Doping und Spielregeln gebastelt. Patrizia weinte, schwor, sie nehme bloß Vitamin D. Die anderen klatschten trotzdem – und nominierten sie prompt. Die Regie jubelte: Endlich wieder ein Hashtag, der sich reimt.

Lo que nadie cuenta ist: Hinter den Spiegelwänden sitzen Psychologen, die jeden Tränengang in eine Story verwandeln. Wenn die Kamera weg ist, herrscht Stille. Die Bewohner starren auf rote Augen, wissen: Die nächste Stunde könnte ihre Marktwerte halbieren.

Der erste ausgeschiedene trägt viel aus

Der erste ausgeschiedene trägt viel aus

Giucas Casella verließ mit einem letzten Kartentrick die Bühne. Draußen warteten bereits PR-Berater, die ihm ein Netflix-Format versprechen. Er wird überleben. Fraglich ist, ob das Format selbst das tut. Die Produktion muss jetzt liefern – sonst verflüchtigt sich der Hype so schnell wie ein Ass, das man nicht richtig zieht.

Die Quote spricht für sich: Italien liebt den Absturz, solange er gut inszeniert ist. Und wer nächste Woche dran glauben muss? Die Wettbüros nennen bereits zwei Namen. Die Show tickt, das Publikum zählt mit. Am Ende zählt nur, wer lauter schreit – oder leiser flüstert.