Federica sciarelli öffnet akte katty skerl: 41 jahre nach mord an 17-jähriger vor rom

Heute Nacht, 21.20 Uhr auf Rai 3, kippt Federica Sciarelli die Karten um: Sie präsentiert unveröffentlichte Dokumente zum Tod von Katty Skerl, der 17-jährigen Kommunistin, die am 21. Januar 1984 in Grottaferrata mit zwei Schüssen hingerichtet wurde. Die Hölle dauerte Sekunden, die Ungereimtheiten über vier Jahrzehnte.

War die drohung „uccidetela“ ein tippgeber?

Ein Tag vor dem Mord tauchte an der Hauswand der Familie die Spruchband-Schmiererei auf. Die Carabinieri ordneten sie damals als „Streich“ ein. Heute liegt das Graffiti im Labor – die neuen DNA-Spuren passen nicht ins Raster der bekannten Neonazi-Zelle, die sich am Tatort brüstete. Die Sonderkommission hat 14 Versiegelte Akten geöffnet, darin: eine anonyme Zeugin, die Katty kurz vor 23 Uhr mit einem vermutlich uniformierten Mann stehen sah. Der Kollege war damals 19, heute Oberstleutnant in Pension – und schweigt seit 2009.

Die Skerl-Familie musste zweimal beten: 1995 wurde der Sarg aus dem Grab geborgen, 2012 spurlos entwendet. Der Leichenraub galt als „Satanisten-Spaß“. Nun zeigt Sciarelli ein Foto, das ein Hobby-Goth-Festival in der Maremma festhält: Im Hintergrund prangt Kattys Gesicht auf einem schwarzen Banner – mit Datum ihrer Ermordung. Die Staatsanwaltschaft Rom prüft erneut Indizien gegen eine Sekte, die sich „Children of the new dawn“ nennt und 1983 Jugendabzeichen der FGCI sammelte.

Im gleichen atemzug: pietro conversano und nessy guerra

Im gleichen atemzug: pietro conversano und nessy guerra

Die Sendung schaltet live nach Brindisi. Pietro Conversano, Finanzbeamter, verschwand am 13. Februar 2019 am Bahnhof Bari. Die letzten Kameras zeigen ihn, wie er mit zwei Kaffebechern wedelt – als warte er auf jemanden, der nie kam. Seine Schwester Patrizia bringt heute ein Handy mit, das ihrem Bruder gehörte und nie entsperrt wurde: Die Polizei hatte es für „irrelevant“ erklärt. Inside-Chi l’ha visto?-Kreise vermuten, dass darin ein verschlüsselter Dienstplan der Guardia di Finanza steckt, der Löcher in die Schutzstaffel-Ermittlungen bohrt.

Parallel droht Nessy Guerra, 25, in Kairo neben ihrer Tochter zu verrotten. Der ägyptische Ehemann erstattete Anzeige wegen Ehebruchs – nachdem er ihr die Rückkehr nach Italien verweigerte. Sciarellis Leute haben ein Audio, in dem der Großvater des Mannes der Mutter zuraunt: „Wenn sie raus will, kostet es 15.000 Euro.“ Die Botschaft Rom sitzt auf heißen Kohlen: Ein Urteil könnte fallen, bevor die Sendung ausgestrahlt wird.

Um 23.50 Uhr endet die Liveschaltung – doch die Zahlen bleiben hängen: 1.700 Hinweise gingen nach der letzten Skerl-Doku ein, 38 brachten die Ermittler weiter. Heute könnte die 39. Spur springen. Und wenn nicht? Dann läuft morgen früh wenigstens das Banner durchs Netz: „Ricordati di Katty“. Die Sportwelt schläft, die Vergangenheit nicht.